Vielleicht muss die Rotbuche in Buchschlag doch nicht fallen

Hoffnung für Naturdenkmal

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Die Rotbuche ist ein stattliches Exemplar ihrer Gattung. Und es besteht durchaus Hoffnung, dass ihr das letzte Stündlein noch nicht geschlagen hat.

Buchschlag - Vor einigen Wochen ist die mächtige Schwarzpappel an der Burg Hayn der Säge zum Opfer gefallen. Auch in Buchschlag ist ein Naturdenkmal von der Fällung bedroht. Das letzte Wort ist aber noch nicht gesprochen. Von Enrico Sauda 

Dr. Wolfgang Storm kämpft um den Erhalt der an Brandkrustenpilz erkrankten Rotbuche an der Ecke Zaunweg/ Forstweg. „Wir haben 20 Naturdenkmäler in Dreieich. Dieser Baum, der älter als 150 Jahre ist, ist eines davon. Und so etwas gilt es zu erhalten“, sagt der Buchschlager. Weil die Buche von einem Pilz befallen ist, hatte die Untere Naturschutzbehörde des Kreises ein Gutachten erstellen lassen. Der Baum soll demnach, wie die Schwarzpappel in Dreieichenhain, gefällt werden. Diese eine Expertise allerdings genügt Wolfgang Storm nicht. Deshalb rief er bei der Unteren Naturschutzbehörde an, verlangte eine zweite. Gestern wurden nun die Messwerte aufgenommen, um dieses neue Gutachten zu erstellen.

Zuvor hatte das Baumkontroll- und Sachverständigen-Büro Thomas Sinn aus Niddatal-Assenheim die Buche unter die Lupe genommen, eine vorläufige Stellungnahme formuliert und unter anderem entdeckt, dass „der Vorgutachter die Baumhöhe falsch eingeschätzt und übersehen hat, dass die Krone der Rotbuche bereits merklich gekappt wurde“. Im vorläufigen Gutachten steht: „Ist der Baum jetzt nur noch 20,7 Meter statt zuvor zum Beispiel 28 Meter hoch, dann ist seine Windlast rückschnittbedingt mehr als halbiert.“

Benedikt Merget vom Büro Sinn aus Niddatal schaute sich das 150 Jahre alte Naturdenkmal gestern genau an.

Gestern unternahm Benedikt Merget vom Büro Sinn sogenannte Zugversuche. Dabei stellte er nach, wie der Baum reagieren würde, falls es zu einem Sturm mit der Windstärke acht oder zwölf kommen würde. „Wir unterscheiden zwischen Stand- und Bruchsicherheit und vergeben Noten von eins bis sechs“, erklärt Merget. Mit dem Ergebnis ist frühestens in anderthalb Wochen zu rechnen. Dann werden zwei Gutachten vorliegen. „Dann gibt es zwei Möglichkeiten“, meint Storm. „Entweder sagt auch das zweite Gutachten, dass der Baum für den Exitus bestimmt ist, dann werden wir uns damit zufrieden geben. Aber es kann auch sein, dass das Büro zu dem Schluss kommt, dass die Buche noch etliche Jahre leben könnte, ohne jemanden zu gefährden. „Dann muss die Naturschutzbehörde eine Entscheidung treffen im Einvernehmen mit der Stadt“, so der Buchschlager. Das vorläufige Sinn-Gutachten stimmt ihn zuversichtlich. Dort heißt es: „Im vorliegenden Fall ist es durchaus wahrscheinlich, dass der Baum wegen der merklich verringerten Windlast und der gleichzeitig sehr hohen baumstatischen Grundsubstanz noch stand- und bruchsicher ist.“

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