Ausgelassen gefeiert

Hooschebaa-Fest in Sprendlingen wiederbelebt

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Wer sich an der Tombola beteiligte, half mit, das Fest zu finanzieren. Die Sprendlinger Turngemeinde hatte insgesamt mehr als 100 Helfer an den drei Festtagen im Einsatz.

Sprendlingen - Erfolg auf der ganzen Linie: Drei Jahre lang mussten die Sprendlinger auf das Hooschebaa-Fest verzichten; jetzt wurde auf dem Lindenplatz am gleichnamigen Brunnen unter neuer Regie wieder ausgelassen gefeiert. Von Enrico Sauda 

Es ist einfach ein gemütliches Plätzchen: Wo vor einer Woche die Vorkerb zur Sprendlinger Kerb über die Bühne ging, fand nun nach einer dreijährigen Pause wieder das Hooschebaa-Fest statt. Nachdem es 2013 aus vielen verschiedenen Gründen ins Wasser fiel und auch in den beiden Folgejahren nicht wieder organisiert werden konnte, übernahm nun die Sprendlinger Turngemeinde (STG) die Regie; früher waren die Freunde Sprendlingens verantwortlich gewesen. Für die STG keine leichte Aufgabe: Der Verein trägt alles andere als ein geringes Risiko. „Ungefähr 30.000 Euro kostet das Fest mit allem Drum und Dran“, rechnet Vorsitzender Matthias Matthes vor. Geld, das erstmal aufgebracht werden muss. Das gelingt den Machern durch den Getränkeverkauf, eine Tombola, die Ausgabe von Festbändchen sowie - natürlich - durch Sponsoren.

Comeback mit reichlich Musik: Beim ersten Hooschebaa-Fest nach dreijähriger Pause sorgte unter anderem die Band Pfund mit Coverversionen bekannter Rockklassiker für gute Stimmung.

„Den Verkauf von Speisen haben wir abgegeben“, erklärt Matthes. So kassiert der Verein noch mal Miete für die vier Stände, an denen es Crêpes, Fisch, hessische Spezialitäten und Wein gibt. „Bis jetzt haben wir durchweg gute Rückmeldung bekommen“, freut sich Matthes. Klar, das Wetter ist gut, die Musik auch. So lässt sich’s wahrlich ausgelassen feiern. „Wir haben es bewusst langsam angehen lassen“, erklärt Matthes. Ein zehnköpfiges Organisationsteam habe sich ein Jahr lang Gedanken über dieses traditionsreiche Fest gemacht, das 1978 erstmals über die Bühne ging. Benannt ist es nach dem 1977 eingeweihten Hooschebaa-Brunnen, auf dem ein von Hermann Will geschaffener kleiner Junge aus Bronze steht.

Für die Macher gibt es einen simplen Grund, das Fest nicht einfach sterben zu lassen: „Es ist sehr beliebt.“ Das sieht auch Besucherin Karin Forner so: „Ich komme gern her, weil ich viele Bekannte treffe. Es ist schön, dass es das Fest nach drei Jahren wieder gibt.“ Trotz der vielen Arbeit habe die Ausrichtung auch Vorteile für den Verein. „Es stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl und hat einen Werbeeffekt für uns“, schildert Matthias Matthes die positiven Seiten dieser großen Aufgabe. „Außerdem wollen wir doch auch etwas für Sprendlingen tun.“ Eines sei beim momentanen Stand der Dinge schon klar: „Egal, wie das hier ausgeht, es gibt nächstes Jahr wieder ein Hooschebaa-Fest“, kündigt Matthes an, der die mehr als 100 Helfer der STG, die an diesem Wochenende im Einsatz sind, sehr lobt.

Hooschebaafest 2016 auf dem Lindenplatz: Bilder 

Neu ist, „dass wir uns verstärkt um die Sorgen und Nöte der Anwohner gekümmert haben“. So gab es ein Schreiben des Vereins, in dem auf das Fest hingewiesen wurde. Kopfschmerzen hatten Veranstaltern, Anwohnern und der Stadt vor allem die Flucht- und Rettungswege bereitet. Unter anderem sei die Ausrichtung des Hooschebaa-Festes vor drei Jahren gerade daran gescheitert. Damit dies in diesem Jahr nicht passierte, „haben wir viel digital gearbeitet und die Pläne mit der Stadt abgesprochen“. Die Rechnung ging auf. Gefeiert wurde die ganzen drei Tage auf dem Lindenplatz mit reichlich Musik: Pfund spielten am Freitag Rock-Coverversionen, am Samstag eröffneten Die Steirer, gefolgt von Soular Plexus und den Quietschboys. Der gestrige Sonntag stand dann zum Abschluss ganz im Zeichen des Musikzuges und Jugendorchesters der Sprendlinger Turngemeinde.

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