Nachmittagsangebot: Stadt sucht nach Lösungen

Hortbetreuung stößt an ihre Grenzen

Dreieich - Während die Betreuungslage im Kitabereich schon eng zu werden verspricht (wir berichteten), steuert Dreieich in der Hort- und Schulbetreuung auf ein noch größeres Platzproblem zu. Von Cora Werwitzke 

Zur Entlastung könnte eventuell ein zusätzliches Betreuungsangebot im BIK-Haus beitragen. In den zwei Horten Eisenbahnstraße und Hainer Chaussee werden unter Regie der Stadt rund 100 Schulkinder betreut. Das Gros der Nachmittagsbetreuung regeln die Schul-Fördervereine an den Grundschulen sowie die Arbeiterwohlfahrt (an der Wingert- und Karl-Nahrgang-Schule). Seit Jahren stellt die Träger die stetig wachsende Nachfrage nach Betreuungsplätzen vor große Herausforderungen. Auch fürs kommende Schuljahr rechnet Bürgermeister Dieter Zimmer mit steigenden Anmeldezahlen.

Dem aktuellen Stand nach werden im Hort Eisenbahnstraße 30 Plätze, im Hort Hainer Chaussee 19 fehlen. Allerdings unterliegen diese Zahlen einer hohen Dynamik. Umzüge oder doppelte Anmeldungen führen dazu, dass sich der Stand wöchentlich ändern kann. Dennoch spricht Zimmer mit Blick auf die Schulkinderbetreuung von einer bevorstehenden Problematik. Der aktuell politisch diskutierte Ausbau der Selma-Lagerlöf-Schule würde erst mittelfristig Entlastung bringen. Ins Gespräch bringt Zimmer aber, dass es denkbar wäre, ein zusätzliches Angebot im BIK-Haus zu schaffen, das von städtischem Personal gestemmt würde. Mit Blick auf den Familien-Zuzug im Heckenborn wird es weiterer Betreuungsplätze definitiv bedürfen. Denn schon jetzt ist das Nachmittagsangebot an der nächst gelegenen Schillerschule ausgebucht.

Ausgeschöpft sind zurzeit auch die Kapazitäten im Hort Hainer Chaussee (50 Kinder). Noch Luft gibt es im Hort Eisenbahnstraße, aber zum kommenden Schuljahr werden die 60 Plätze alle besetzt sein. Zur besseren Planung wollen Stadt und Schulen künftig enger zusammenarbeiten. Nach den Worten von Fachbereichsleiterin Ellen Grohe soll eine neue Konzeption auf die Beine gestellt werden, die auf dem Ist-Stand der gesamten Schul- und Hortbetreuung basiert. „Wir sind in der Startphase“, sagt sie. Mit Blick auf den personellen Aufwand werde es noch Zeit brauchen, um zunächst die Datenerhebung abzuschließen und später die Evaluierung voranzutreiben.

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Beobachten will die Stadt auch die Entwicklung des „Pakts für den Nachmittag“. Seit dem laufenden Schuljahr befindet sich das Angebot unter dem Dach von Land und Kreis an 57 hessischen Schulen in der Pilotphase. Zimmer glaubt nicht, dass der „Pakt“ der Weisheit letzter Schluss ist: „Finanziell würde definitiv viel an den Kommunen hängen bleiben“, ist er sicher. Allein weil der Fachkräfteschlüssel im Gegensatz zur aktuellen Betreuung angepasst werden müsste.

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