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JFV: Zu dritt unter einer Flagge

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Dreieich - „Nein, mit dem SC Hessen haben wir nichts zu tun.“ Häufig wurden Trainer und Betreuer des JFV Dreieichenhain-Götzenhain in der Vergangenheit von Eltern und bei Spielen ihrer Jugendmannschaften darauf angesprochen. Von Patrick Leonhardt

Der JFV unterscheidet sich nicht nur vom Namen her vom Nachwuchs des Verbandsligisten. „In den vergangenen Jahren bildeten Mannschaften des Sport- und des Turnvereins Dreieichenhain immer mal wieder Jugendspielgemeinschaften“, berichtet JFV-Vorstandsmitglied Heiko Lenhard. „Vor drei bis vier Jahren entstand erstmals die Idee, alle Jugendmannschaften beider Vereine zu vereinen“, sagt Lenhard. Das klappte zwei Jahre lang nicht, lediglich einzelne Altersklassen bildeten eine JSG. Erst in der Saison 2013/14 brachten die beiden Dreieichenhainer Vereine alle Jugendteams in der JSG zusammen, stellten gemeinsam neun Mannschaften.

„Eine JSG ist allerdings immer nur eine Notlösung, die jährlich neu beantragt und vom Hessischen Fußballverband abgesegnet werden muss“, erläutert Lenhard. Für einen JFV (Jugendförderverein) gilt das nicht; er ist per se auf Dauer ausgelegt. „Allerdings muss man dafür einen neuen Verein gründen“, schildert Lenhard das Prozedere. Anfang vergangenen Jahres schloss sich dann auch die SG Götzenhain diesem Vorhaben an. Und mit der Vereinsgründung im April 2014 begann für die Verantwortlichen die Arbeit erst richtig, denn alle Spieler müssen Mitglied im neuen Verein werden. „Wir haben mittlerweile 260 neue Spielerpässe beantragt“, berichtet Lenhard. Und natürlich müssen auch Mitgliedsbeiträge an den JFV bezahlt werden, die aber mit zwei Euro im Monat sehr niedrig angesetzt und zukünftig über den Beitrag der Stammvereine gedeckt sind.

Aufwand und Engagement haben sich gelohnt: Der JFV ist – nachdem noch eine G-Jugend nachgemeldet wurde – mit 16 Mannschaften im Spieljahr 2014/2015 am Start und ist damit vor dem SC Hessen, dem FV 06 Sprendlingen und der Susgo Offenthal der Verein mit der größten Jugendabteilung in Dreieich. Die A-Junioren, in der vergangenen Saison noch als JSG Meister der Kreisliga, nehmen aktuell den dritten Platz ein. Alle anderen Mannschaften sind in der Kreisklasse am Ball. „Für uns ist vor allem der Breitensport wichtig“, erklärt Lenhard. Um die Zusammengehörigkeit auch nach außen zu unterstreichen, wurden alle Mannschaften für mehrere tausend Euro mit einheitlichen Trikots ausgestattet. Die Grundfarbe ist schwarz-weiß, dazu sind die Vereinsfarben der drei Stammvereine (rot-weiß für den SVD, grün-weiß für den TVD und blau-weiß sowie grün-rot für die SGG) vereint.

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Ein Dauerproblem ist aktuell die Platzbelegung, „ab 17 Uhr ballt sich alles“, sagt Lenhard. Auch neue Trainer müssen immer wieder gesucht werden. Der JFV soll ein Projekt von Dauer werden, „wir denken nicht in Vereinsegoismen“, sagt Lenhard. Die Zuschüsse von den Stammvereinen basieren auf den Mitgliederzahlen der drei beteiligten Vereine. „Wir sind sehr froh, dass wir diesen Weg gegangen sind. Der JFV hat viel Potenzial und wir haben genügend Kinder, um vernünftig Fußball spielen zu können. Natürlich hoffen wir, dass dieses Projekt noch weitere Kinder anlockt“, so Lenhard. Über Aktionen wie das Beachturnier (ehemals eine Domäne des TVD) oder das Jugendcamp an Ostern (ehemals eine Domäne der SG Götzenhain) wollen die Verantwortlichen den JFV noch bekannter machten – damit er nicht wieder mit einem anderen Verein der Region verwechselt wird.

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