Jugendfeuerwehr und Rotkreuz-Nachwuchs

24-Stunden-Übung: Allzeit kühlen Kopf bewahren

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Leben retten will gelernt sein: Der Nachwuchs von Feuerwehr und Rotem Kreuz hatte am Wochenende die Gelegenheit, in der Ausbildung gelernte Inhalte praktisch anzuwenden. Dabei waren strukturelles Vorgehen und beherztes Zupacken gefragt.

Dreieich - Es kommt immer anders als man denkt. Diesen Spruch hat der Nachwuchs der Feuerwehr und des Roten Kreuzes spätestens nach seinem Übungswochenende verinnerlicht. 24 Stunden lang jagte ein Einsatz den anderen. 36 Jugendliche nahmen die Herausforderung an, in jeder simulierten Situation einen kühlen Kopf zu bewahren – und vor allem beherzt zuzupacken.

Der Berufsfeuerwehrtag mit Einbindung des Jugendrotkreuzes gehört zu den Jahreshöhepunkten im Kalender der städtischen Jugendfeuerwehr. „Die Grundidee der gemeinsamen Übung ist es, einen Tag wie im Leben eines Berufsfeuerwehrmannes oder Rettungsdienstmitarbeiters zu erleben – und zwar in Gestalt eines 24-Stunden-Dienst“, erläutert Stadtjugendwart Jens Bünning. Um die Einsatzszenarien so realistisch wie möglich erscheinen zu lassen, sind insgesamt 17 Betreuer im Einsatz. Ein immenser Aufwand für Bünning und sein Team, der sich aber lohnt: „Durch die gemeinsamen Erlebnisse lernen sich die Teilnehmer von Jugendfeuerwehr und Jugendrotkreuz schnell kennen“, so der Stadtjugendwart. Die Teamarbeit innerhalb der Gruppe werde gestärkt – „und darüber hinaus können die Jugendlichen alles, was sie in ihrer Ausbildung lernen, praktisch anwenden, vertiefen und viel Neues mitnehmen“. Dabei kommt der Spaß nach den Worten von Bünning natürlich nicht zu kurz. In den Pausen wird geplaudert, gescherzt und gemeinsam gegessen. Das Essen bereiten die in Küchendienste eingeteilten Jugendlichen selbst zu.

Die aufregende 24-StundenÜbung beginnt damit, dass die Jungen und Mädchen am Freitag auf verschiedene Fahrzeuge und Positionen aufgeteilt werden. Für den kommenden Dienst übernehmen sie die jeweils damit verbundene Aufgabe. Dann heißt’s warten – allerdings nicht lange. In schneller Folge sind sie gefordert, eine Ölspur zu beseitigen, mehrere vermisste Person zu finden, einen brennenden Mülleimer zu löschen, Personen nach einem Verkehrsunfall aus demolierten Fahrzeugen zu retten oder Unwettereinsätze abzuarbeiten. Um in ständiger Alarmbereitschaft zu sein, wird sogar im Vereinsheim in Sprendlingen übernachtet.

Bilder: Brand am Facharzt-Zentrum in Neu-Isenburg

Das Fazit von Bünning fällt am Samstagabend sehr positiv aus: „Durch die Zusammenarbeit konnten sowohl die Jugendlichen der Jugendfeuerwehr als auch die vom Jugendrotkreuz voneinander profitieren“, sagt er. Sie hätten jeweils die Arbeitsweisen und Gerätschaften der anderen Organisation kennengelernt – „und begreifen schon in frühen Jahren, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen den Hilfsorganisationen ist“.

Übrigens: Die Dreieicher Jugendfeuerwehren suchen derzeit noch Verstärkung. Willkommen sind Mädchen und Jungen zwischen zehn und 17 Jahren. „Es warten jede Menge Spaß, Abwechslung und Action“, wirbt Bünning. Auf dem Programm stehen das Abc der Feuerwehrtechnik und spannende Wettbewerbe. Jugendliche, die eher an Erster Hilfe und dem Sanitätswesen interessiert sind, können freitags von 18 bis 19.30 Uhr beim Jugendrotkreuz vorbeischauen. Neben der 24-Stunden-Übung gehören auch Zeltlager und weitere Freizeitangebote wie Fitness, Spiele, Engagement im Umweltschutz, Filmabende und Diskussionsrunden zum Programm. (cor)

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