38. Auflage des Hayner Töpfermarkts

Kaleidoskop der Keramik-Kunst

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Dreieichenhain - Sein guter Ruf eilt dem Hayner Töpfermarkt voraus und kommt nicht von ungefähr: Fast vier Jahrzehnte Erfahrung in der Branche des Kunsthandwerks stecken in dem beliebten Markt, der traditionell am letzten Sonntag im September im Burggarten die besten Keramiker Deutschlands begrüßt. Von Sina Gebhardt 

Zur 38. Auflage kann sich die organisierende Arbeitsgemeinschaft Hayner Weiber nun erneut über hohe Besucherzahlen freuen. Der Töpfermarkt ist schon quasi ein Garant für gutes Wetter – und so macht auch der ausgesuchte Sonntag in diesem Jahr wieder seinem Namen alle Ehre: Die Sonne strahlt auf die 51 Aussteller nieder und die sommerlichen Temperaturen lassen vergessen, dass eigentlich schon Herbst ist. Ideales Wetter also, um zu stöbern, zu schauen und zu schmausen, denn die Hayner Weiber sorgen mit ihren Vesperbroten und anderen Leckereien natürlich auch für das leibliche Wohl der Besucher.

Die haben auch in diesem Jahr wieder viel zu entdecken: Von Gebrauchskeramik wie Geschirr bis zu dekorativen Kunstobjekten kann man gestern nahezu alles finden; und das aus den unterschiedlichsten Materialien wie Porzellan, Ton oder Steingut. Bis zu 100 Bewerber galt es im Vorfeld für Christa Levi, die zum zweiten Mal die Marktleitung innehat, zu sondieren. „Wir haben schon einen festen Stamm an Künstlern, aber bis zu zehn Aussteller werden jährlich ausgewechselt.“

Dass sich der Hayner Töpfermarkt einen so guten Namen gemacht hat, liegt dabei vor allem an den hohen Ansprüchen. „Wir legen sehr großen Wert auf Qualität und hochwertige Arbeiten. Hier haben wir beispielsweise unsere Elite“, erklärt Levi und verweist auf Markus Klausmann, ursprünglich gelernter Werkzeug- und Orgelmacher, der sich aber nun seit bereits 35 Jahren der Keramik verschrieben hat. Für seine Stücke verwendet der Freiburger unterschiedliche Brenn- und Glasurtechniken, wobei die Kaspelbrandstücke darunter definitiv ein Hingucker sind: Die mit Holz und Kohle gebrannten Gefäße hat der Künstler mit eisenhaltigem Ton überzogen und durch den Rostprozess entsteht die charakteristische rötlich-braune Färbung und raue Struktur. Vorhersehbar sind die Resultate dabei nur bedingt: „Der Blick in den Ofen ist immer wieder spannend, weil man nie genau weiß, wie das Ergebnis am Ende wirklich aussieht“, erzählt Klausmann.

Hayner Weiber laden zum 33. Töpfermarkt

Ähnlich geht es auch Jorge Mendez Canalias aus Jena, der dieses Jahr erstmals beim Töpfermarkt seine Ware ausstellt. Seit zwölf Jahren befasst er sich mit der aus Japan stammenden Brenntechnik Raku, die deutlich radikaler ist, weil die Stücke hohen Temperaturunterschieden ausgesetzt werden. Dadurch entstehen auch die typischen Risse, die sogenannten Krakelee, die wie auch die unterschiedlichen Glasuren zur Einmaligkeit der Kunstwerke beitragen: „Alles sind Unikate und kein Stück gleicht dem anderen.“ Das können die Besucher sogar selbst ausprobieren, denn für Erwachsene wie Kinder gibt es Steckerlfische zum Glasieren, die anschließend mit der Raku-Technik gebrannt werden.

Mit rund 2 000 Besuchern rechnet Levi über den Tag verteilt beim 38. Töpfermarkt, dessen Erträge für einen guten Zweck gespendet werden. Unterstützt werden in diesem Jahr diverse Kinder- und Jugendprojekte – so unter anderem das Forum Nord mit 2 000 Euro und eine Schule in Uganda, die Kindern Englischunterricht bietet, mit 1 000 Euro. Auch kann sich die Kita Zeisigweg über eine Gartenhütte und die Ludwig-Erk-Schule über ein Hochbeet freuen.

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