620 Kilometer bis zur Nordsee

Mit dem Kanu den Rhein bewältigen

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Mit diesem Kanadier wollen Ottmar Günther (rechts) und Reinhold Maisch die 620 Kilometer lange Strecke auf dem Rhein von Oppenheim bis zur Nordsee bewältigen.

Dreieich - Mit dem Moped auf den Spuren einer Jugendreise an den Gardasee, mit dem Fahrrad quer durch Deutschland – während viele während ihres Urlaubs einfach faulenzen und am Strand liegen, ist Ottmar Günther, Lehrer an der Georg-Büchner-Schule, auf der Suche nach originellen Alternativen. Von Holger Klemm 

In diesen Sommerferien zieht es ihn aufs Wasser. Es ist wieder ein ehrgeiziges Unterfangen. Mit einem Kanu soll die Strecke auf dem Rhein zwischen Oppenheim südlich von Mainz bis nach Hoek van Holland an der Nordsee bewältigt werden. Wie im vergangenen Jahr, als der nicht gerade geübte Radler sich mit einem Freund auf den Weg von der Ostsee an den Bodensee machte, ist er auch diesmal nicht gerade ein Profi. „Ich habe zwar schon kleinere Touren gemacht, aber noch nicht so eine“, gibt der Lehrer unumwunden zu.

Doch der 63-Jährige wollte schon immer mal auf diese Art den Rhein bereisen und die Sehenswürdigkeiten, die unterschiedlichen Landschaften und Städte vom Wasser aus bewundern. Natürlich ist er sich bewusst, dass nicht nur Rheinromantik zwischen Mainz und der Loreley wartet. Die beiden Kanuten werden an etlichen Industriegebieten vorbeikommen. Doch gerade das findet Günther reizvoll, der ganz gespannt auf den Hafen von Duisburg ist, von dem er schon viel gehört hat.

Mit von der Partie ist Reinhold Maisch, Geschäftsführer des Arbeitskreises Schule-Wirtschaft für den Bereich Osthessen. In diesem AK ist auch Günther aktiv. Angeschafft haben sie einen 90 Zentimeter breiten Kanadier, mit dem sie die knapp 620 Kilometer lange Strecke meistern wollen. Dafür haben sie drei bis vier Wochen eingeplant. „Das geht bestimmt schneller, aber wir wollen uns Zeit lassen.“ So sind einige Tage in Köln eingeplant, um die Rheinmetropole näher zu erkunden. Übernachten wollen die beiden bei Kanuvereinen, die ihr Gelände für Zelte von Sportkollegen bereit stellen. Los geht es Anfang August.

„Seid ihr verrückt?“ Diese Frage bekam Günther schon öfter zu hören, als er von seinen Plänen berichtete. Denn die Strecke ist nicht ganz ungefährlich angesichts der zahlreichen Schiffe auf dem Rhein, die für heftige Wellen sorgen können. „Da muss man natürlich vorsichtig sein.“ Besonders tückisch soll die Stelle in Bingen in der Nähe des Mäuseturms sein. Doch Günther ist zuversichtlich, zusammen mit Maisch die auf sie wartenden Herausforderungen zu bestehen. Nach erreichtem Ziel wollen sie sich an der Nordsee abholen lassen.

Günther wäre nicht Günther, wenn er nicht schon weitere Pläne schmieden würde. In einem oder zwei Jahren will er mit seiner Tochter, die ihn schon auf seiner Mopedtour an den Gardasee begleitet hat, durch die USA reisen – mit einer Harley Davidson. Von Chicago aus soll es nach Los Angeles gehen. Auf der Strecke liegen grandiose Landschaften und zahlreiche Sehenswürdigkeiten. Doch das ist noch Zukunftsmusik, erst einmal geht es mit dem Kanu auf den Rhein.

Mittlerweile ist auch mit „Momentaufnahmen“ ein weiteres Buch von ihm erschienen. Damit betritt Günther, der bislang Bücher über die Motorisierung und Technik veröffentlicht hat, auf Neuland. In vielen Kurzgeschichten geht es um Eindrücke, Begegnungen und Gedanken zu allen möglichen Themen wie Augenblicke, Liebe, Sehnsüchte, Glück, Zeit, Reichtum oder Träume. „Es ist sehr persönlich. Ich möchte damit zum Nachdenken anregen“, erzählt er. Interessenten können das Buch unter der Nummer  0160/93231418 oder per Mail an ottmar.guenther@gmx.de bestellen.

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