Spaß am Traditionsfest trotz kühlen Temperaturen

„Auf die Haaner ist eben Verlass“: Kerb in Dreieichenhain

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Schon Stunden vor dem Feuerwerk ist am Samstagabend einiges los in der unteren Fahrgasse. Auch die Vereine können sich in ihren Heckenwirtschaften über zahlreiche Gäste freuen. 

Dreieichenhain - Und dann bekam die 298. Haaner Kerb doch noch ihren Baum. Nachdem der erste Versuch am Freitag gescheitert war, unternahmen die Kerbborschen am Samstag einen weiteren Anlauf und hatten Erfolg damit. Von Holger Klemm 

Im Dauereinsatz sind die Kerbborschen. Das Bild entstand vor dem Feuerwerk. Am morgigen Mittwoch werden sie sich von der Kerb verabschieden müssen.

Die kühlen Temperaturen konnten den Spaß am Traditionsfest nicht vermiesen. „Auf die Haaner ist eben Verlass“, freut sich SVD-Vorstandsmitglied Christoph Knittel über die gute Resonanz bei der gemeinsamen Heckenwirtschaft von SVD und Schützengesellschaft im Burggarten. Dabei sei er wegen der kühlen Temperaturen anfangs skeptisch gewesen. „Am heutigen Sonntagnachmittag ist mehr los als bei der Hitze im vergangenen Jahr.“ Kein freies Plätzchen habe es sogar am Samstagabend gegeben. Und nach dem Feuerwerk wurde weitergefeiert. Der Einsatz der 150 Mitglieder, die sich an der Heckenwirtschaft beteiligen, hat sich also gelohnt. Für Knittel ist die Beteiligung an der Kerb nicht nur eine Einnahmequelle. „Die Vereine sind fester Bestandteil der Kerbtradition.“ Zufriedene Gesichter gibt es auch beim TVD im Burggraben. „Die Letzten sind Sonntagfrüh um halb fünf gegangen. Und unser Frühschoppen war ebenfalls sehr gut besucht“, betont Peter Anthes. Dasselbe lässt sich von der Traditionsveranstaltung „Rock im Burggraben“ mit der Band Disaster sagen. Die Haaner seien schon etwas Besonderes und ließen sich auch durch das kühle Wetter nicht abhalten, so Anthes.

„Wir hatten das Glück, dass der Baum erst am Samstag aufgestellt wurde. Da kamen viele Besucher zu uns“, erzählt Norbert Göckes, Vorsitzender der HSG, deren Stand sich an der Burgmauer am Weiher befindet. Auch am Sonntagnachmittag ist der Andrang groß. Vor allem zahlreiche Kerbborschen der vergangenen Jahre haben sich eingefunden. Längst kein Geheimtipp mehr ist der Burger der Handballer. „Wir braten die Zwiebeln und wärmen die Brötchen an“, verrät Göckes. Gut schmeckt auch Handball-Sour, bei dem Fruchtsäfte mit einem Schuss Amaretto gemischt werden. „Das Wetter ist schon blöd.“ Doch im Großen und Ganzen zeigt sich Festwirt Dennis Hausmann zufrieden. Mehrmals musste er das Zelt wegen Überfüllung schließen, so beispielsweise am Freitagabend, als es kräftig regnete. Der vor zwei Jahren eingeführte Mindestverzehr habe sich bewährt. „Es läuft genau so, wie wir uns das vorgestellt haben“, so Hausmann.

Das Blasorchester Dreieich kommt auf zahlreiche Auftritte – hier an der Holzmühle

Auf dem Festplatz herrscht bereits reges Treiben. Besonders umlagert ist der Autoscooter, wo Jungs und Mädchen versuchen, sich gegenseitig den Weg zu versperren. Jede Menge los ist auch am Platz vor der Burg. wo sich mit der Hayner Reitschul’ ein Herzstück der Kerb befindet. Auf dieser drehen Kinder und Erwachsene unermüdlich ihre Runden. Ein junger Vater hält auf einem der Pferde seine Tochter fest im Arm. Wer es ruhiger mag, kann sich in die geöffnete Burgkirche zurückziehen. Dort war am Sonntagvormittag der traditionelle Kerbgottesdienst mit den Kerbborschen über die Bühne gegangen. „Der war sehr schön“, betont Inge Pecher, die am Nachmittag den Dienst in der Kirche versieht. Pfarrer Markus Buss habe mit Bauhelm gepredigt, um auf die bevorstehende Sanierung hinzuweisen.

XXL-Galerie zur Haaner Kerb in Dreieichenhain

Schöne Sträuße aus Garten, Feld und Wiesen gibt es bei der 43. Weiberkerb am Obertor zu erwerben.

„Wir sind ziemlich zufrieden.“ Kerbvadder Jan Kuch kann für die Kerbborschen von einem gelungenen Traditionsfest mit vielen schönen Eindrücken berichten. „Es macht viel Spaß.“ Und besonders froh sind die jungen Männer, dass es mit der Baumaufstellung doch noch geklappt hat. Nicht fehlen darf am Sonntag am anderen Ende der Altstadt, dem Obertor, die Weiberkerb mit ihren schön dekorierten und bunten Ständen. „Wir sind ein eingespieltes Team“ freut sich Vorsitzende Cornelia Moll. Das Spektrum reicht vom Blumenstand über bunte Accessoires, Geschenkverpackungen, Malen mit Henna bis zum Crêpe-, Wein-, Vesperbrotstand. „Jedes Jahr aufs Neue ist es ein Wunder, dass es klappt“, äußert sich Pressesprecherin Elke Becker. Doch die Hayner Weiber können sich auf Freunde und Familienmitglieder verlassen, so dass auch die 43. Weiberkerb zum Erfolg wird. An die 70 Personen sind dieses Mal dabei. Besonders hübsch ist zudem der Auftritt der Hayner Tanzkinder, die von Cornelia Misslitz trainiert wird. Der Erlös der Aktivitäten der Hayner Weiber ist 2016 für Projekte für Kinder und Jugendliche in Dreieich bestimmt.

Insgesamt können Polizei und Rotes Kreuz bis gestern von einer Kerb im normalen Rahmen berichten. Der Langener Polizeistation liegen keine besonderen Vorfälle vor. „Es gibt schon einige Jugendliche, die ihr Limit nicht kennen“, erzählen Martin Westphal und Robert Kamolz vom DRK. Das bewege sich aber im Bereich des Üblichen.

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