Bürgermeister befürchtet Engpass im Ü3-Bereich

In den Kitas zusammenrücken

Dreieich - Im Kita-Bereich deutet sich nach den Ferien ein Engpass an. „Die Lage ist angespannt“, sagt Bürgermeister Dieter Zimmer. Von Cora Werwitzke 

20 Familien könnten bei der Vergabe der Ü3-Plätze leer ausgehen – und das, obwohl die Gruppen in städtischen Kitas von derzeit 22 auf 25 Kinder vergrößert werden sollen. Zwei Entwicklungen machen den Verantwortlichen im Rathaus zu schaffen: Zum einen werden im Ü3-Bereich immer mehr Ganztagsplätze nachgefragt, zum anderen gibt’s weiterhin kaum Erzieher auf dem Markt. Von den insgesamt 1238 Dreieicher Ü3-Plätzen in städtischen und konfessionellen Kitas können so von vorneherein etliche gar nicht erst belegt werden.

„Im Moment sind wir dabei, die Anmeldungen abzuarbeiten und mit den konfessionellen Trägern abzugleichen“, berichtet Zimmer. Belastbare Zahlen in dem ohnehin von Dynamik gekennzeichneten Bereich gebe es deshalb vorerst nicht. Nach einer vorsichtigen Schätzung gehe er aber davon aus, dass in der Endabrechnung 20 Plätze fehlen könnten, sagt der Bürgermeister. Der Engpass deutet sich nach seinen Worten vor allem in Sprendlingen an, weniger in den anderen Stadtteilen.

Um gegenzusteuern, plädiert die Stadt dafür, die Gruppengröße in ihren Kitas von 22 auf 25 Kinder zu erweitern. „Auch dafür ist allerdings ein höherer Personalschlüssel erforderlich“, nennt Fachbereichsleiterin Ellen Grohe gleich den wunden Punkt. Die Begrenzung auf 22 Kinder ist eine freiwillige Beschränkung, die aus „besseren Tagen“ rührt. Mit 25 Kindern würde die Stadt zum gesetzlichen Maximum aufschließen.

Klagen auf den Kita-Platz - aber wie?

Das Vergabeverfahren erfolgt in Dreieich zweigleisig: Eltern können ihr Kind bei konfessionellen Kitas oder bei der Stadt anmelden, die die Plätze in ihren Einrichtungen zentral vergibt. Kriterien sind das Alter der Kinder und die Berufstätigkeit der Eltern. Um das mühsame Abgleichen der Daten zwischen der Stadt und den konfessionellen Trägern zu ersparen, soll künftig ein gemeinsames Online-Verfahren eingeführt werden. „Wir stehen kurz vor der Umsetzung dieses Systems“, berichtet Ellen Grohe. Die aktuelle Vergaberunde geht allerdings noch in alter Manier über die Bühne. Fakt ist, dass es immer schwieriger wird, den Wünschen der Eltern zu entsprechen – „nicht jeder kommt in seine Wunscheinrichtung, nicht jedem können wir einen Ganztagsplatz anbieten“, macht Zimmer deutlich.

Im U3-Bereich ist die Warteliste noch länger – „wobei nicht alle auf der Liste vermerkten Familien akut warten“, vergegenwärtigt der Bürgermeister. Viele merken ihren Nachwuchs einfach zeitig vor. Insgesamt gibt es in der Stadt 186 U3-Plätze – das Gros davon decken freie Träger ab. Die Stadt will darüber hinaus künftig weitere Kapazitäten schaffen. Ende 2017 soll die U3-Kita Heckenborn in Betrieb gehen, davor hofft Zimmer, noch den einen oder anderen Platz in der neuen Biotest-Kita belegen zu dürfen oder eine zusätzliche U3-Gruppe unter freier Trägerschaft zu finanzieren. „Das werden wir im Nachtragshaushalt allerdings spüren“, verweist er auf die damit einhergehenden Mehrkosten. Die vor zwei Jahren eröffnete Kita Hegelstraße beherbergt inzwischen rund 25 Kleinkinder. Aus Personalmangel mussten die drei Gruppen der Einrichtung sukzessive aufgebaut werden. Theoretisch hat sie Kapazitäten für 30 Kinder.

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