Ordnungsamtschef kontert: Halteverbote haben ihre Berechtigung

Knöllchen-Praxis zu Stoßzeiten ärgert Kita-Eltern

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Symbolbild

Dreieich - In den vergangenen Wochen haben sich Anrufe von verärgerten Eltern im Rathaus gehäuft, die es unmöglich finden, dass Strafzettel just zu den Stoßzeiten vor Kitas und Krippen verteilt werden. Von Cora Werwitzke 

Ordnungamtschef Thomas Müller hält dagegen, dass die Halteverbote vor den Einrichtungen nicht umsonst eingerichtet sind. In mehreren Dreieicher Kindergärten und Krippen ist es Gesprächsthema, dass Eltern teils gehäuft Strafzettel kassieren, wenn sie ihre Kinder kurz in die Kindertagesstätte bringen oder abholen. Gaby Guschker gehört zu denjenigen, die das Vorgehen der Stadtverwaltung für Abzocke halten. Sie hat ein Kind in der Kita Gravenbruchstraße in Sprendlingen und kennt viele Eltern, die sich über die Knöllchen aufregen. „Es wäre definitiv sinnvoll, offizielle Kurzzeitparkplätze vor der Kita einzurichten“, sagt sie. In der Sackgasse im Wohngebiet seien nur vereinzelt Parkplätze eingezeichnet – und diese meistens besetzt. Der nächste Stellplatz ist unter Umständen zwei Straßen entfernt. Weder wolle sie ihr Kind von dort alleine laufen lassen, noch könne sie es sich als berufstätige Mutter leisten, jedesmal eine halbe Stunde fürs Hinbringen und Abholen einzuplanen. „Beim Parken vor der Kita wird niemand behindert und es dauert vielleicht fünf Minuten“, unterstreicht Guschker ihr Anliegen.

Diese fünf Minuten reichen den städtischen Hilfspolizisten manchmal, um ihre Arbeit zu machen und einen Strafzettel hinter den Scheibenwischer zu klemmen. Häufig kommt es dabei auch zu mehr oder weniger freundlichen Wortwechseln. Thomas Müller bestätigt auf Anfrage, dass immer mal wieder Eltern von Kindergartenkindern anrufen und sich über die Knöllchen-Praxis vor Ort beschweren. „Dabei wird von Kita-Leitungen oder Elternbeiräten teils gewünscht, dass wir kontrollieren“, sagt der Leiter des Fachbereichs Bürger und Ordnung. Die absoluten Halteverbote hätten ihre Berechtigung. „Nehmen Sie das Beispiel Kita Schulstraße: Dort wird regelmäßig der Zebrastreifen zugeparkt, so dass Eltern, die ihre Kinder nicht mit dem Taxi Mama vor die Tür fahren, Angst um die Sicherheit ihres Nachwuchses haben.“ Das Parkverbot sei dazu da, die Kinder zu schützen. Davon abgesehen wirbt Müller dafür, mit den Kindern ein Stück zu Fuß zu gehen – „damit sie das lernen“. Im Übrigen, ergänzt der Ordnungsamtschef, sei das Problem vor Grundschulen genau dasselbe.

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Außer in der Gravenbruchstraße ist auch bekannt, dass sich Eltern mit Krippenkindern in der Biotest-Kita über Strafzettel empören. Ein betroffener Vater merkt dazu an, dass man die Kleinkinder ja schlecht alleine in die Krippe laufen lassen könne. Die vier vorhandenen Parkplätze seien zu den Stoßzeiten häufig besetzt. Bei Regen sei es sehr mühsam, von weiter weg zu laufen. Auch diese Kita sei an einer breiten und übersichtlichen Straße gelegen, so dass es aus Sicht vieler Eltern kein Problem ist, dort kurz zu halten.

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