Spaßvögel drapieren Rondell mit freizügig bekleideter „Dame“

Kreisel-Kreative in sexy Offenthal

Offenthal - Als Johannes Ehlers mit seiner Gartenbaufirma die Patenschaft für den Kreisel In der Quelle übernahm, hat er diese Entwicklung nicht erahnen können. Das Rondell am Offenthaler Ortsrand hat es im Stadtteil zu einer Art Kultstatus gebracht – am Montagabend haben Scherzbolde den Kreisel um eine ganz eigene Note bereichert. Von Frank Mahn 

Viele Autofahrer dürften ihren Augen nicht getraut haben und ziemlich abgelenkt gewesen sein, als sie am Montagabend durch den Kreisel In der Quelle kamen.

Gestern morgen war die freizügig bekleidete Gummipuppe allerdings schon wieder weg. In den sozialen Netzwerken verbreitete sich das Bild wie ein Lauffeuer. In das Fenster mit den beiden farbig lackierten Holzläden hatten Unbekannte eine leicht bekleidete Puppe drapiert. Nebendran lehnte ein Schild mit der Aufschrift: „Willkommen In Sexy Offenthal.“ Am Dienstagmorgen war die kesse Schwarzhaarige dann verschwunden. Sicher ist: Johannes und Astrid Ehlers, die mit ihrer Belegschaft bei der Gestaltung des Kreisels jede Menge Fantasie an den Tag legen, stecken nicht hinter der Aktion. Der Firmenchef hat die „Ergänzung“ seines Kreisel-Kunstwerks nicht mal „live“ gesehen. „Mein Sohn ist morgens dran vorbeigefahren und hat mir ein Bild geschickt.“ Auch Mitarbeiter hatten’s gesehen und den Chef gefragt, ob sie eingreifen sollen. Doch ehe es dazu hätte kommen können, war die „Sexbombe“ auch schon wieder weg. Johannes Ehlers nimmt die Sache mit Humor und einem Augenzwinkern. „Es war zwar ein bisschen frivol, aber immerhin hat die Puppe ja noch ein Höschen angehabt.“ Er freue sich über die Kreativität der oder des Unbekannten, auch wenn’s nicht jedermanns Geschmack gewesen sei.

Seit der Unternehmer mit der Stadt den Sponsoringvertrag für die Insel abgeschlossen hat, gehört der bis dahin trostlose Anblick der Vergangenheit an. Immer wieder überrascht die Firma mit neuen Gestaltungsideen. Der Kreisel ist Gespräch im Stadtteil. Ob Blütenmeer, Weihnachtskreisel, „Mini-Windpark“ oder Osterrondell – die Ehlers’sche Erfindungsgabe kennt (fast) keine Grenzen. Die Sandsteinmauer samt Fenster und Läden, die seit einigen Wochen den Kreisel ziert, versteht der Firmenchef als Symbol für Weltoffenheit. Durchaus in diesem Sinne haben vielleicht auch die Spaßvögel ihr Werk verstanden. Den Aspekt Sicherheit im Verkehr haben sie dabei allerdings aus den Augen verloren, denn nicht wenige Autofahrer dürften ziemlich abgelenkt gewesen sein.

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Noch ist die Kreisel-Kunst unvollendet. Die Betonelemente sollen verblendet und voraussichtlich mit Figuren aufgehübscht werden. Richtig abgeschlossen wird der Prozess aber nie sein, denn Familie Ehlers will Teile des Rondells immer den Jahreszeiten entsprechend bespielen. Der Firmenchef freut sich sehr, dass die Offenthaler so interessiert reagieren. „Wir werden häufig angesprochen und bekommen auch viel Lob.“ Auf den nächsten Coup aus dem Hause Ehlers darf man schon gespannt sein.

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