Linke kann auch den überarbeiteten Plänen nichts abgewinnen

Neue Mitte in Sprendlingen: Überdimensioniert und beschönigend

Dreieich - Es bleibt dabei: Auch nach der Offenlage der angepassten Pläne für die Neue Mitte in Sprendlingen sieht die Linke das Projekt kritisch.

Für die Stadtverordneten Natascha Bingenheimer und Tino Schumann sind die fünf Stadthäuser weiterhin überdimensioniert, auch wenn nach der modifizierten Planung bei den beiden am Eingang geplanten Gebäuden die zwei oberen Geschosse zurückgenommen und stufig nach hinten platziert wurden. „Das ändert aber nichts daran, dass die Bebauung insgesamt viel zu hoch ist“, meint die Linke. Die Projektentwickler sprächen beschönigend von einer Abstaffelung. Auch vom versprochenen Quartiersplatz halten die beiden Stadtverordneten nichts. Dieser diene primär als Zugang zum Einzelhandelsmagneten mit den vorangestellten 70 oberirdischen Stellplätzen. „Er entfaltet so keine eigenständige Dynamik und präsentiert sich eher als Durchgangspassage mit Konsumanreiz“, bedauert Bingenheimer.

Ein wichtiger Kritikpunkt betrifft für die Linken weiter die geplanten Wohnungen. Bei dem Mix sollte ein besonderes Augenmerk auf kleinere Einheiten für Senioren gelegt werden. „Das ist im Grunde eine gute Idee – leider stehen die Wohnungen nur für Besserverdienende oder aber gut gestellte Senioren zur Verfügung“, so Bingenheimer. Eine soziale Komponente sei nicht gewollt. Die Wohnungen stellten lediglich das Vehikel dar, um das Projekt renditeträchtig zu positionieren. „Nach wie vor sehen wir auch die Verkehrsplanung als nicht genügend durchdacht an“, sagt Bingenheimer. Es sei abzusehen, dass es durch das Baugebiet Heckenborn und die Neue Mitte zu mehr Verkehr kommen werde, der durch die Frankfurter Straße nicht mehr aufgenommen werden könne. Völlig mangelhaft seien die Bedürfnisse der Radfahrer berücksichtigt, die sich auf einer gefährlichen Abbiegerspur einfädeln müssten, wenn sie zum Supermarkt wollten.

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Die Linken erwähnen auch die Versiegelung von vorhandenen Grünflächen. Die vom Projektentwickler angedachte Dachbegrünung gleiche den Verlust bei Weitem nicht aus. Zudem befürchtet die Linke durch den Supermarkt mit 1 500 Quadratmetern Verkaufsfläche eine Verschärfung der Konkurrenz im Lebensmittelhandel. „Die Kunden geben jeden Euro nach wie vor aber nur einmal aus“, gibt Bingenheimer zu bedenken. Ein kleinerer Discounter wäre besser gewesen. Das Projekt kranke daran, dass der neue Supermarkt das Maß aller Planung sei und das beigeordnete Ensemble nur nebengeordneten Charakter habe. Bingenheimer: „Die Sprendlinger Innenstadt hätte eine schonendere Bebauung verdient – eine Bebauung mit geringerer Geschosshöhe und einer geringeren Wuchtigkeit.“ hok

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