Programm zur Bodenentsiegelung

Linke will Natur wieder mehr atmen lassen

Dreieich - Angesichts der zunehmenden Häufigkeit von Starkregenereignissen nehmen Überschwemmungen, vollgelaufene Keller und die Überflutung von Unterführungen auch in Dreieich zu, stellt die Linke fest.

Anwohner des Hengstbachs klagten ebenso über die Wassermassen wie Bewohner im Heckenborn und Nachbarn des Neubaugebiets. Die Fraktion der Linken setzt sich deshalb für ein Programm zur Bodenentsiegelung ein. Per Antrag will sie den Magistrat beauftragen, die Möglichkeiten dafür auszuloten. „Das Thema hat viele Facetten. Zum einen geht es um das Fassungsvermögen von Zisternen oder um die Rohrdurchschnitte von Ablaufkanälen. Grundlegendes Problem ist und bleibt jedoch die Tatsache, dass das Wasser nicht mehr genügend versickern kann, weil eine zu große Zahl an Flächen versiegelt ist. Das Wasser staut sich“, so Fraktionschefin Natascha Bingenheimer. Die Linke hätte deshalb gerne eine genaue Bestandsanalyse der Auswirkungen von Unwetterereignissen für Dreieich und eine dezidierte Bestandserfassung von Flächen, die in Dreieich wieder entsiegelt – sprich: zurückgebaut – werden können. Zudem müsse bei Neubauten geschaut werden, wie viel betonierte Fläche tatsächlich notwendig sei.

„Wir treten für nachhaltiges Wirtschaften im Hinblick auf den Flächen- und Bodenverbrauch ein, denn nur mit großer Naivität kann davon ausgegangen werden, dass die Wetterveränderungen nicht auf einen Klimawandel zurückzuführen sind“, meint Bingenheimers Kollege Tino Schumann. Vor dem Hintergrund des Wohnungsmangels, dem allerorten spürbaren Bauboom im Zuge auch der Niedrigzinsphase müssten die Städte einen klaren Blick dafür behalten, dass Stadtarchitektur für einen sorgsamen Umgang mit den ökologischen Ressourcen zu sorgen habe. „Dazu gehört konsequenterweise auch, dass Flächen wieder frei gelegt oder aufgelockert werden, damit die Natur erneut atmen und das Wasser wieder abfließen kann.“ fm

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