Mädchencafé im Juz wird zur Netzwerk- und Feierzone

Tanzfläche in Frauenhand

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Zu Hits aus den Charts und orientalischen Ohrwürmern füllte sich im Mädchencafé im Handumdrehen die Tanzfläche.

Sprendlingen - Mädchen und Frauen verschiedener Nationalitäten tummeln sich auf der Tanzfläche des Mädchencafés. Zu Beats aus den internationalen Hitparaden und zu orientalischen Ohrwürmern lassen sie’s einen Abend lang richtig krachen.

Es herrscht ausgelassene Stimmung: „Wir genießen es sehr, nur unter Frauen zu tanzen. Es ist toll, dass es dieses Angebot in Dreieich gibt“, sagt Saraa. Sie ist eigens wegen dieser Party aus Frankfurt in das Jugendzentrum an der Benzstraße gefahren, wo das Mädchencafé untergebracht ist. Die junge Afghanin kennt eine der Dreieicher Elternlotsinnen und hat so von der Veranstaltung „Festnetz“ gehört, die erstmals als integratives Projekt von Frauenbüro und Behindertenhilfe auf die Beine gestellt wird. „Wir haben einen tollen Abend. Es ist einfach besser, ohne Männer zu tanzen“, findet Saraa. Ihre Freundinnen und sie haben sich für die Party richtig in Schale geworfen, tragen hohe Schuhe, schicke Kleider und tanzen in der Menge. Viele der Elternlotsinnen sind gekommen, einige Flüchtlingsfrauen, gehandicapte Frauen aus den Clubs der Behindertenhilfe und Besucherinnen, die regelmäßig im Mädchencafé ein- und ausgehen.

Schon am frühen Abend füllen sich die Räume an der Benzstraße. Das bunte Programm startet mit den Auftritten der Trommelgruppe „Women on Drums“ und den „Flying Moves“, der Tanzgruppe aus dem Mädchencafé. Bereits zu diesem Zeitpunkt sind die Damen nicht mehr auf den Plätzen zu halten – einige trommeln spontan mit. An einem großen internationalen Buffet bietet sich den Besucherinnen anschließend die Gelegenheit, sich für einen langen Abend zu stärken.

Während der Trubel auf der Tanzfläche dichter wird, freut sich Karin Siegmann, Frauenbeauftragte der Stadt, über den Erfolg der Veranstaltung. „Wir haben so etwas noch nicht gemacht und waren anfangs etwas unsicher, ob das Angebot angenommen wird“, erzählt Siegmann. Aber diese Sorge war völlig unbegründet. Der Saal ist voll und die Laune ausgezeichnet. „Wir haben das ,Festnetz‘ als eigenes Label gegründet – es steht für das Fest, das wir feiern wollen, und das Netz, zu dem wir uns noch besser vernetzen wollen.“ Es gehe darum, Vielfalt zu leben, miteinander ins Gespräch zu kommen und Spaß zu haben. Auch die Integration der behinderten Frauen sei sehr gut gelungen. „Leider fehlen uns die Kapazitäten, um einen solchen Abend noch regelmäßiger zu initiieren, aber einmal im Jahr werden wir wohl dazu einladen“, kündigt Siegmann an.

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