Ernüchterung bei Bahnengolfern

Minigolf in Offenthal ist zu Ende

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Die Minigolfanlage nahe des Offenthaler Bahnhofs ist verwaist. Dort hat in diesem Jahr niemand Bälle versenkt. Die Chancen zur Fortsetzung des Spielbetriebs gehen gegen Null, nachdem der SVD um Aufhebung des Pachtsvertrags gebeten hat.

Dreieich - Das Kapitel Minigolf in Offenthal ist zu Ende. Der SV Dreieichenhain hat den Magistrat um Auflösung des Pachtvertrags gebeten. Dem Verein ist es nicht gelungen, einen Platzwart für die Anlage nahe des Bahnhofs zu finden. Von Frank Mahn 

„Minigolf hat in Offenthal Zukunft“, hatte unsere Zeitung im April vergangenen Jahres vermeldet. Der SV Dreieichenhain, der eine Bahnengolfabteilung in seinen Reihen hat, schloss einen Pachtvertrag mit der Stadt, um den Platz langfristig zu erhalten. Verein und Kommune haben dieses Modell mit Erfolg bereits in Dreieichenhain vorexerziert. Für die Anlage an der Koberstädter Straße ist der SVD seit 2013 in Eigenregie zuständig. Und das laufe richtig gut, sagt der kommissarische Vorsitzende des Vereins, Hartmut Leyer. In Offenthal ging das Konzept leider nicht auf.

Obwohl sich der SVD ins Zeug legte, um einen Platzwart zu finden, blieb die Suche erfolglos. Dabei war es nicht so, dass sich niemand dafür interessierte. „Wir haben Gespräche mit zirka 15 Bewerbern geführt“, berichtet Leyer. Von den meisten habe man dann aber nichts mehr gehört. Wieder andere hatten unrealistische Vorstellungen, einer wollte beispielsweise nur am Wochenende öffnen. Bei den Verantwortlichen des Vereins machte sich schließlich Ernüchterung breit. „Es ist schade, dass es so gekommen ist. Wir hätten es gerne gemacht“, bedauert Leyer. In der Konsequenz hat der Verein den Magistrat um Aufhebung des auf 20 Jahre fixierten Vertrags gebeten. Eine Klausel ermöglicht laut Leyer den vorzeitigen Ausstieg.

Im Rathaus ist man natürlich alles andere als froh über die Entwicklung. Allerdings hat Erster Stadtrat Martin Burlon auch Verständnis für die Situation des Vereins. Wie es weitergeht, ist nach seinen Worten offen, konkrete Pläne für eine Nutzung gebe es nicht. „Es ist natürlich nicht in unserem Sinn, dass die Anlage dauerhaft brach liegt“, sagt der Erste Stadtrat. Der Magistrat würde es begrüßen, wenn ein Verein sich des Geländes annehmen würde. Bürgermeister Dieter Zimmer, er weilt derzeit im Urlaub, hat den Obst- und Gartenbauverein im Sinn. Der OGV sucht seit Längerem ein Domizil, vor allem auch zur Unterbringung seiner Gerätschaften. Ob sich das Minigolfgelände dafür eignet, muss noch geprüft werden. OGV-Vorsitzender Matthias Würz verweist auf einen Gesprächstermin mit Zimmer Mitte August.

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Es ist aber auch nicht hundertprozentig auszuschließen, dass auf dem Areal mit seinen 18 Bahnen wieder Bälle versenkt werden. Sicher ist nur, dass die Stadt als Betreiber ausscheidet. „Wenn eine Privatperson Interesse zeigt, sind wir für Gespräche offen“, sagt Martin Burlon. Große Hoffnungen in diese Richtung macht sich der Stadtrat allerdings nicht.

Die Saison 2015 wird mit hoher Wahrscheinlichkeit die letzte gewesen sein. Eingeweiht worden war die Anlage 1981. Der Rückzug der Stadt aus der Unterhaltung der Plätze in Offenthal und Dreieichenhain geht auf die 2011 beschlossene Schuldenbremse zurück. Die beiden Anlagen schrieben rote Zahlen. In Dreieichenhain ist es den Bahnengolfern gelungen, ein solides Plus zu erwirtschaften. Erst vor Kurzem hat der Verein dort ein neues Funktionshaus samt Sanitärbereich eingeweiht.

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