Fehlende Plätze in Sprendlingen:

Neubau einer Kita im Gespräch

Dreieich - In der ersten Sitzung nach der parlamentarischen Sommerpause ging es gleich um ein brisantes Thema und die Frage, was getan werden kann, um die Lücke bei den Kindergartenplätzen zu schließen.

Die Mitglieder des Ausschusses für Soziales, Sport und Kultur beschäftigten sich am Dienstagabend mit der Kinderbetreuung und den fehlenden Plätzen in Sprendlingen. Ein Eilantrag der CDU hatte zum Ziel, einen kurzfristigen Neu- oder Anbau einer Kita zu schaffen, falls es nicht gelingen sollte, durch die Kooperation mit einem freien Träger neue Plätze zu akquirieren. „Es ist uns wichtig, dass wir als Parlament ein Zeichen setzen, dass wir den Bedarf an Kindergartenplätzen sehen und wir auch alles dafür tun, allen Kindern Betreuung anbieten zu können“, erklärte Ingo Claus Peter (CDU) den dringlichen Antrag seiner Fraktion. Die Sozialdemokraten legten sogar direkt einen Änderungsantrag vor, den Magistrat sofort mit einem Neubau zu beauftragen.

Bürgermeister Dieter Zimmer betonte, dass er davon ausgegangen sei, dass die Stadt die Nachfrage nach Kindergartenplätzen in diesem Jahr noch erfüllen könne. „Ich konnte nicht damit rechnen, dass die Entwicklung im Neubaugebiet Heckenborn so schnell geht und dass so viele zusätzliche Plätze gebraucht werden.“ Der Verwaltungschef betonte, dass er den Vorwurf der CDU auf sich nehme. „Wir freuen uns natürlich, dass wir so viele neue Kinder bekommen“, sagte Zimmer, aber die Stadt müsse sich auf die veränderten Zahlen einstellen.

Das Problem sei, dass eine kirchliche Einrichtung derzeit eine komplette Gruppe nicht besetzen kann, weil die Fachkräfte und der Stadt aus den gleichen Gründen zehn bis 15 Plätze fehlen. Dazu komme, dass die Integration von Kindern mit besonderem Förderbedarf erfreulicherweise gelinge und die Gruppenstärke von 22 auf 20 Kinder in den betroffenen Gruppen herab gesetzt werde. In der Suche nach Fachpersonal sei die Stadt in den vergangenen Monaten sehr erfolgreich gewesen und auch weiter mit der Akquise von Erziehern beschäftigt.

Der Bürgermeister erklärte, dass es intern bereits Gespräche gegeben habe, eine zusätzliche Einrichtung zu bauen, vielleicht in Modulbauweise. „Wir haben ja nicht nur jetzt schon fehlende Plätze. Mit den geplanten Sozialwohnungsbauprojekten auf dem ehemaligen Opelareal und dem BIK-Haus-Gelände kommen ja noch mehr Kinder in die Stadt“, weiß Zimmer. Die Parteien sind im Ausschuss also offene Türen eingerannt. Eine Abstimmung über ein neues Haus wurde in den Haupt und Finanzausschuss in der kommenden Woche vertagt. CDU und SPD kündigten an, einen gemeinsamen Antrag auszuarbeiten.

Klagen auf den Kita-Platz - aber wie?

Außerdem stimmten die Mitglieder des Sozialausschusses geschlossen einem Antrag des Magistrats zu, die Mittel für die viergruppige U3-Betreuung Heckenborn in den Haushalt einzustellen. Im Neubaugebiet sollen Plätze für 48 unter Dreijährige entstehen. Erster Stadtrat Martin Burlon erläuterte, dass ein Landeszuschuss in Höhe von 640.000 Euro schon bewilligt sei.

Die Einrichtung sei so geplant, dass sie multifunktional auch als Familienzentrum dienen kann. Es entstehen keine zusätzlichen Räume für das Familienzentrum. „Es wird nur so gebaut, dass die Kreativräume abtrennbar sind und eben für die Familien öffentlich nutzbar gemacht werden“, erläuterte Ressortleiterin Annemarie Stein den Ausschussmitglieder. Die Zustimmung der Parlamentarier sei notwendig, da das Haus rund 350 000 Euro teurer wird als in der ursprünglichen Planung vorgesehen. Zimmer und Stein hoffen, dass die ersten Kinder schon Ende 2017 mit der Eingewöhnung in der neuen Einrichtung im Heckenborn beginnen können.

Vor der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am kommenden Dienstag beginnt um 18.30 Uhr eine aller drei Ausschüsse. Einziges Thema wird dann der Grundsatzbeschluss zur Gründung einer städtischen Baugesellschaft sein. Damit soll die große Herausforderung, zusätzlichen Wohnraum in der Stadt bereitzustellen, angegangen werden. (col)

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