Noch läuft nicht alles rund

Neue Dreieichbahn: Fahrgäste klagen über Verspätungen

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Auf der Dreieichbahn sind seit der Fahrplanumstellung Triebwagen vom Typ Desiro (links) und GTW unterwegs. Die Aufnahme entstand am Sprendlinger Bahnhof.

Dreieich - Mehr Direktverbindungen zum Frankfurter Hauptbahnhof, moderne und klimatisierte Züge – seit mehr als einer Woche ist der neue Fahrplan der Dreieichbahn in Kraft. Doch so ganz rund scheint das Konzept noch nicht zu laufen. Fahrgäste klagen über Verspätungen. Von Holger Klemm 

In zehn Minuten von Buchschlag zum Frankfurter Hauptbahnhof und das zu Zeiten der Sperrung des S-Bahn-Tunnels – das klingt nach einer wesentlichen Attraktivitätssteigerung des öffentlichen Nahverkehrs. In der Realität stellt sich die Situation aber wohl anders dar. „Seit der Einführung des neuen Fahrplans ist die Dreieichbahn heute Vormittag erstmals pünktlich gefahren“, berichtet gestern Rüdiger Buck, der die Verbindung täglich für die Fahrt zur Arbeit nutzt. Er spricht von regelmäßigen Verspätungen von bis zu 15 Minuten. An einem Nachmittag sei zudem nur ein einzelner Triebwagen im Einsatz gewesen, in dem sich die Fahrgäste gedrängt hätten. „Das ist doch kein Kundenservice“, beschwert sich Buck. Auch Natascha Bingenheimer, Stadtverordnete der Linken, spricht von einer extremen Unpünktlichkeit.

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Ein Sprecher der Bahn räumt ein, dass die Pünktlichkeit in den ersten Tagen seit der Umstellung abgesunken sei. Er begründet das mit einzelnen Fahrzeugstörungen, dem hoch belasteten Frankfurter Hauptbahnhof sowie der Eingleisigkeit zwischen Buchschlag und Dieburg. So würden sich die Verspätungen auf andere Züge übertragen. Zurzeit arbeite die Bahn aber an einer Verbesserung der Situation. Trotzdem zeigt sich der Pressesprecher zufrieden. „Die Direktverbindungen nach Frankfurt werden bereits gut angenommen und laufen zufriedenstellend.“ Zudem seien die alten Fahrzeuge durch Triebwagen vom Typ Desiro und GTW ersetzt worden. Diese verfügen über Klimaanlagen, über niveaufreie Einstiegsbereiche und einen Mehrzweckbereich für Kinderwagen, Rollstühle und Fahrräder. Hinzu kommt eine Toilette, die auch für Rollstuhlfahrer zugänglich ist.

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Doch auch da gibt es Kritik. Bingenheimer bemängelt, dass die Abstände zwischen den Wagen und den Bahnsteigen so groß seien, dass ein Behinderter diese kaum überwinden könne. In den Durchsagen in den Zügen wird auf den Abstand hingewiesen. Der Pressesprecher verspricht Abhilfe. Noch während der Ferien sollen die Wagen mit einem festen Tritt ausgestattet werden, um den Ein- und Ausstieg zu erleichtern. Sein Versprechen: „Ziel ist es, bis zum Schulbeginn alle Fahrzeuge damit ausgerüstet zu haben.“

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