Freie Wähler bekräftigen ihr Nein zur Planung

Neue Mitte: Programmierte Staus

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Dreieich - Für die Freien Wähler ist es eine „Monster-Mitte“. Die FWG nimmt die Offenlage der „im Vergleich zu ihren Vorgängern nahezu unveränderten“ Pläne für die Neue Mitte zum Anlass, ihre Ablehnung des Projekts zu bekräftigen.

Bei einem derart großflächigen Einzelhandel befürchtet sie zu den Stoßzeiten einen „totalen Verkehrsinfarkt“. „Von Süden kommend ist eine Linksabbiegerspur auf das Gelände vorgesehen. Der Rückstau Richtung Darmstädter Landstraße ist damit programmiert“, meint Fraktionsvize Holger Gros, der nach eigener Aussage zu den zahlreichen Staugeplagten gehört, die heute schon täglich am Sprendlinger Bahnhof in der Schlange warten, um Richtung Innenstadt fahren zu können.

Nach Auffassung der FWG hat Dreieich kein klassisches Stadtzentrum – bedingt durch die fünf Stadtteile. Die Sprendlinger Innenstadt könne ein Ort werden, an dem Menschen gerne zusammenkommen und sich aufhalten. In Innenstädten gehe es nicht mehr nur um das Einkaufserlebnis, meint FWG-Mitglied Professor Friedrich Thießen. „Die Menschen wollen vor allem eine urbane, verdichtete Atmosphäre genießen. Die Innenstädte müssen heute Aufenthaltsqualität besitzen, ansonsten veröden sie.“

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Fraktionschef Marco Lang regt an, im Bereich der Hauptstraße eine „urbane Innenstadt mit Aufenthaltsqualität zu realisieren, allerdings nicht mit einem überdimensionierten Lebensmittelmarkt, der die Menschen zwar zum Kommen, aber nicht zum Bleiben einlädt“. Lang: „Durch die Einbeziehung der hinteren Grundstücksteile kann eine ausreichende Fläche für eine der Umgebung angepasste Bebauung samt Freiflächen erreicht werden.“ Neubauten und Fachwerkhäuser sollten aufeinander abgestimmt sein, meint Lang und nennt die Frankfurter Altstadt als Beispiel. Die FWG fordert, die Anregung aus dem Masterplan aufzugreifen und ein Integriertes Stadtentwicklungskonzept zu erstellen. (fm) 

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