„Neue Mitte“

Keinerlei Kritik am Konzept

Dieser städtebauliche Entwurf stammt aus dem Architekturbüro von Markus Rathke. Fünf neue Häuser gruppieren sich um den Markt, der als Flachbau im hinteren Bereich angesiedelt ist. Vor dem Eingang sind vier Bäume angeordnet.
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Dieser städtebauliche Entwurf stammt aus dem Architekturbüro von Markus Rathke. Fünf neue Häuser gruppieren sich um den Markt, der als Flachbau im hinteren Bereich angesiedelt ist. Vor dem Eingang sind vier Bäume angeordnet.

Dreieich - Die „Neue Mitte“ nimmt Formen an. Beim zweiten Bürger-Informationsabend zum Sprendlinger Innenstadtprojekt stellte Architekt Markus Rathke den städtebaulichen Entwurf vor. Er sieht eine Mischung aus Einzelhandel, Wohnen, Büros, Praxen und Gastronomie vor. Von Frank Mahn

Unter den mehr als 100 Teilnehmern waren im Bürgerhaus viele Anwohner aus der Fünfhäusergasse und der Hauptstraße. Kritik am Konzept wurde nicht laut. Und: Auch die Grundstücksangelegenheiten sind geklärt. „Nix gesagt ist genug gelobt“, fasste Moderator Steffen Ball zusammen. Wenn man danach geht, ist das Konzept am Montagabend gut angekommen. Nur zwei Anwohner meldeten sich zu Wort. Ihre Fragen waren aber weit davon entfernt, das Projekt in Frage zu stellen.

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Möglicherweise müssen die Sprendlinger aber auch erstmal sacken lassen, was da vor ihrer Haustür passieren soll. Denn eines ist sicher: Das Areal Hauptstraße 22-38a wird nach dem Umbau nicht mehr wiederzuerkennen sein, die Innenstadt bekommt an dieser Stelle ein neues, modernes Gesicht. Die alten Gebäude werden abgerissen und durch einen großen Einkaufsmarkt sowie fünf Häuser ersetzt. Architekt Rathke betonte mehrfach, dass der präsentierte Entwurf nicht in Stein gemeißelt ist. „Wir wollen Sie für das Projekt begeistern, Sie aber nicht vor vollendete Tatsachen stellen. Wir wollen Ihre Anregungen aufgreifen und umsetzen“, versicherte er.

Der Entwurf sieht zwei dreigeschossige Stadthäuser vor, die im rechten Winkel zur Hauptstraße angeordnet sind. Ins Erdgeschoss sollen Gastronomie und Läden ziehen. Obendrüber sind Wohnungen, Praxen und Büros vorgesehen. Zwischen den beiden Baukörpern bleibt ausreichend Fläche für einen Quartiersplatz mit einer Baumreihe, der zum Verweilen – in einem Café oder Lokal – einladen soll. Über den Platz, der sich zum hinteren Bereich hin öffnet, führt der Fußweg Richtung Einkaufsmarkt.

Supermarkt mit 1 500 Quadratmetern Verkaufsfläche

Den Supermarkt mit mindestens 1 500 Quadratmetern Verkaufsfläche haben die Planer im hinteren Bereich des gut 7000 Quadratmeter großen Geländes platziert. Der Flachbau könnte durch eine Glasfassade auch optisch etwas hermachen. Drum herum beziehungsweise obendrauf gesellen sich drei Wohnhäuser. Alles in allem will der Investor, die Schoofs Immobilien GmbH, 50 bis 60 Wohnungen bauen – allesamt barrierefrei, wie Rathke ausführte. „Die Häuser sollen wie eine Familie um den Platz stehen, sich aber in Details unterscheiden“, erläuterte der Architekt den Ansatz und sprach von einer „ensembleorientierten Lösung“. Ihm schwebe, so Rathke, eine Mischnutzung wie in französischen Kleinstädten vor; ein Straßenraum, den sich Fußgänger, Auto- und Radfahrer teilen und gleichberechtigt nutzen. Denn: „Ohne oberirdisches Parken wird der Einzelhandel hier nicht erfolgreich sein“, sagte Rathke. Die Tiefgarage sei in erster Linie für die Bewohner des Quartiers vorgesehen.

Zu- und Abfahrt zum Einzelhandelsmagneten erfolgen über eine sieben Meter breite Straße im Süden des Areals, in Verlängerung der Rathausstraße. Der Verkehr soll durch eine Ampel geregelt werden. Im Norden solle der Abstand zu den Gebäuden der Fünfhäusergasse fünf Meter mehr betragen als bisher, so der Architekt.

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Demnächst sind erstmal die Gutachter am Zug. Untersucht werden müssen unter anderem die Auswirkungen auf Verkehr, Lärm, Klima und Wasser. Mohamed Younis, Geschäftsführer von Schoofs, hofft, dass es weiter so zügig vorangeht. Etwa 20 Millionen Euro wollen die Isenburger in den Standort investieren. Als Eröffnungstermin für den Markt hat Younis das Frühjahr 2016 vor Augen. Mitte 2014, so der Fahrplan, soll die Baugenehmigung vorliegen. Die Basis für die Verwirklichung des Projekts ist jedenfalls geschaffen. Wie Younis mitteilte, sei sich sein Unternehmen inzwischen mit allen sieben Eigentümern einig geworden. „Alle Verträge sind beurkundet.“

Als Info- und Dialogplattform für die Bürger betreibt Schoofs unter www.5-häuser-quartier.de eine Homepage. Interessierte Sprendlingen können das Vorhaben im Bürgerforum kritisch und konstruktiv begleiten. Sie können sich ab sofort im Rathaus anmelden. Bei zu vielen „Bewerbungen“ entscheidet das Los.

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