Überarbeitete Planung des Innenstadtprojekts

Neue Mitte – nächster Anlauf

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Die beiden oberen Geschosse der zur Hauptstraße hin ausgerichteten Häuser wurden zurückgestuft. Dadurch wirken die beiden Riegel nicht so wuchtig. Nach der Überarbeitung der Unterlagen gehört die Hauptstraße zum Geltungsbereich des Bauleitplans.

Dreieich - Nächster Anlauf für das Innenstadt-Projekt „Neue Mitte“: Die überarbeiteten Planungsunterlagen für das Bauleitverfahren liegen demnächst einen Monat lang im Rathaus aus. Von Frank Mahn

Dann haben Bürger, Behörden und sonstige Träger öffentlicher Belange erneut Gelegenheit, Anregungen und Bedenken zu formulieren. Die Beteiligten sind vorsichtig optimistisch. Sie hoffen, dass die Abrissarbeiten noch dieses Jahr anlaufen. 22 Millionen Euro will die Schoofs Immobilien GmbH in den Standort Hauptstraße 22-38 a in Sprendlingen investieren. Ein Lebensmittelvollversorger mit 1 500 Quadratmetern Verkaufsfläche, fünf Häuser mit 60 Wohnungen, Flächen für Gastronomie und Einzelhandel – bereits vor drei Jahren waren der Magistrat und Schoofs-Geschäftsführer Mohamed Younis mit diesem Konzept an die Öffentlichkeit gegangen. Damals hielt Younis eine Eröffnung des Supermarktes im Frühjahr 2016 für denkbar – doch die Idee, ein solches Projekt im Herzen der Innenstadt zu realisieren, begeistert nicht jeden. Vor allem Anwohner befürchten eine übermäßige Belastung durch Lärm und eine Einschränkung ihrer Privatsphäre.

Auf die erste Offenlegung der Pläne im Herbst 2014 gingen allein von Bürgern 17 Stellungnahmen ein. „Die Berücksichtigung verschiedener Belange aus dieser Beteiligung sowie weitere Abstimmungen mit den potenziellen Ankermietern führten insgesamt zur Überarbeitung der Planung, die die Notwendigkeit einer erneuten Offenlage begründeten“, sagt Erster Stadtrat Martin Burlon. So seien zum Beispiel das vierte und fünfte Geschoss der beiden zur Hauptstraße hin ausgerichteten Häuser zurückgesetzt worden. Zudem habe der Architekt die Fluchttreppenhäuser der beiden auf dem Markt geplanten Wohnhäuser verlegt. Sie grenzen nicht mehr an die Fünfhäusergasse, sondern sind seitlich angeordnet. Das heißt: Der Abstand zur bestehenden Bebauung hat sich vergrößert. Schließlich, so Burlon, sei es gelungen, die vorher überwiegend an den Grenzen zu Nachbargrundstücken angeordneten Stellplätze bis auf einige wenige im Innenbereich des 7 600 Quadratmeter großen Areals unterzubringen.

Alles zur Neuen Mitte in Sprendlingen

Die Auswertung der Stellungnahmen förderte eine weitere für Magistrat und Investor bittere Erkenntnis zutage. Mögliche Umweltauswirkungen durch Lärmimmissionen in der Hauptstraße waren nicht ausreichend berücksichtigt worden – die Stadt vollzog deshalb einen Wechsel vom vereinfachten Bebauungsplanverfahren hin zum zweistufigen Regelverfahren. Die Folgen: Die Planunterlagen mussten um einen Umweltbericht und eine Bilanzierung des Eingriffs in Natur und Landschaft ergänzt werden. „Wir wollten uns nicht nachsagen lassen, etwas außer Acht gelassen zu haben“, sagt Burlon. Magistrat und Investor gaben mehrere Gutachten neu in Auftrag, um auf der sicheren Seite zu sein. „Wir haben in den vergangenen zwei Jahren unsere Hausausgaben gemacht“, ist Mohamed Younis überzeugt. Man wolle keine Angriffsfläche für eine Klage bieten, sagt Younis und hat dabei die Normenkontrollverfahren gegen die Baugebiete Heckenborn und nördlich der Albert-Schweitzer-Straße im Hinterkopf.

Wenig überraschend ist Younis’ Mitteilung zum Betreiber des Marktes. Zwar sei der Vertrag noch nicht unterschrieben, aber man sei sich mit Rewe einig. Erst vor ein paar Monaten hatte der Kölner Handelskonzern einen Markt in Neu-Isenburg eröffnet – auf einem von der Schoofs GmbH entwickelten Grundstück.

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Die Unterlagen zur Neuen Mitte liegen vom 30. Mai bis zum 30. Juni im Rathaus (Raum 1.21) aus. Sie können montags bis donnerstag von 8 bis 12 Uhr und von 12.30 bis 16 Uhr sowie freitags von 8 bis 12 Uhr eingesehen werden. Zudem sind sie im genannten Zeitraum unter www.dreieich.de eingestellt. Nach Prüfung und Abwägung der Anregungen ist das Stadtparlament am Zug. Falls es grünes Licht gibt, könnte es halbwegs flott gehen. Denn den Bauantrag hat Schoofs bereits in Arbeit. „Vielleicht kann mit dem Abriss noch dieses Jahr begonnen werden“, hofft Martin Burlon.

Bilder: Baustelle Heckenborn

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