Farbiger Asphalt ist nach Werkstattgespräch keine Option mehr

Pflaster für neue alte Ortsmitte

Offenthal - Pflaster statt Asphalt: Das ist ein greifbares Ergebnis aus der Sitzung der Planungswerkstatt zur Umgestaltung der alten Ortsmitte von Offenthal. Noch nicht sicher, aber wahrscheinlich: Die alte Milchküche wird abgerissen. Und auf die neuen Ortseingänge müssen die Offenthaler länger warten als gedacht. Von Frank Mahn

Es geht voran. Langsam, aber sicher. Die Entscheidung, sich für Pflastersteine statt für farbigen Asphalt auszusprechen, wird den etwa 25 Offenthalern im evangelischen Gemeindehaus leicht gemacht. Stephanie Feuerbach vom Planungsbüro R+T zählt dermaßen viele Nachteile von Asphalt auf, dass diese Option im Prinzip keine mehr ist. So seien die Materialkosten deutlich höher. Zudem müsse man ein halbes Jahr vorher bestellen und sich exakt auf einen Tag festlegen. Wenn’s dann beispielsweise regne, müssten die Arbeiten verschoben werden – und die Stadt der Firma eine Ausfallentschädigung zahlen. Aus ihren Ausführungen folgert ein Teilnehmer: „Jetzt für Asphalt zu stimmen, wäre ja hirnverbrannt.“ Zwar werden einzelne Bedenken laut, dass Autoverkehr auf Pflastersteinen mehr Lärm erzeugt, aber Feuerbach verweist auf neue Techniken beim Verlegen und besseres Material. Man müsse mit einem Zuwachs von null bis drei dB(A) rechnen. „Das ist kaum wahrnehmbar“, sagt die Planerin.

Die Grundausrichtung für den Umbau des Abschnitts zwischen Borngartenstraße und dem Einmündungsbereich Dieburger Straße/Am Alten Rathaus ist schon in einem früheren Werkstattgespräch definiert worden. Fahrbahn und Bordstein werden in nicht allzu ferner Zukunft nahtlos ineinander übergehen, sollen sich aber farblich unterscheiden. Ziel des Ganzen ist natürlich eine optische Aufwertung der alten Ortsmitte. Eine entscheidende Rolle spielt das Thema Verkehrsberuhigung. Durch versetzt angeordnete Parkplätze, Baumscheiben und Fahrradparker bleibt Autofahrern gar nichts anderes übrig, als langsam zu fahren. Was die Standorte dieser „Hindernisse“ angeht, kommen aus der Teilnehmerrunde noch Änderungsvorschläge, die Feuerbach prüfen will. Beim nächsten Treffen will sie auch verschiedene Pflastersteine zur Begutachtung und Auswahl mitbringen.

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Und dann soll’s ja irgendwann auch mal losgehen. Erster Stadtrat Martin Burlon peilt das zweite Halbjahr 2017 an. Im Haushalt stehen 580 000 Euro bereit. Schwer zu sagen, wie weit die Stadt damit kommt, denn inzwischen spielen noch weitere Komponenten in die Planung rein. Bürgermeister Dieter Zimmer berichtet von einem Gespräch mit der AG Offenthaler Vereine, bei dem es um die alte Milchküche in der Kirchgasse ging. Ernsthaftes Interesse an dem Objekt habe kein Verein, so Zimmer. Im jetzigen Zustand sei das Gebäude höchstens als Lager nutzbar. Die große Mehrheit favorisiere allerdings einen Abriss mit anschließender Neugestaltung. Das Gelände sei prädestiniert dafür, bei Gemaafest und Weihnachtsmarkt weitere Stände aufzubauen. Kirchgasse und Platz sollen sich optisch natürlich an der neuen alten Ortsmitte orientieren, folglich ins Konzept integriert werden. Diese Vorgehensweise findet am Montag die Zustimmung der Anwesenden.

Erledigt hat sich der Zeitplan zum Umbau der Ortseingänge an Mainzer-, Dieburger- und Bahnhofstraße. Der sollte eigentlich in diesem Oktober beginnen. Allerdings waren die verantwortlichen im Rathaus etwas zu optimistisch. So musste die Idee, die vorhandene Insel an der (alten) Tankstelle zu nutzen, verworfen werden. Weil dort Stromleitungen unter der Fahrbahn liefen, seien Baumpflanzungen schwierig, sagt der Fachbereichsleiter Planung und Bau, Martin Krauskopf. Der Standort müsse verlegt, die Planung überarbeitet werden.

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