Nur noch die Rücklichter gesehen

Erneuter Ärger um S-Bahn-Anschluss in Buchschlag

Dreieichenhain - Es hätte so schön sein können: Gut gelaunt verließ der Frankfurter Konstantin Brandl am Sonntagabend nach dem fulminanten Auftritt von Gayle Tufts bei den Festspielen den Burggarten. Doch für einen erheblichen Stimmungsdämpfer sorgte mal wieder die Dreieichbahn. Von Holger Klemm 

„Das ist echt ärgerlich“, erzählt Brandl unserer Zeitung, der letztendlich eine halbe Stunde in Buchschlag auf die nächste S-Bahn in Richtung Frankfurt warten musste. Doch der Reihe nach: Die Dreieichbahn, die um 21.42 Uhr ab Dreieichenhain fahren sollte, sei nur wenige Minuten später abgefahren. Das habe dazu geführt, dass sie gleichzeitig mit der S-Bahn Richtung Frankfurt am Buchschlager Bahnhof angekommen sei. Eigentlich hätte der Übergang fünf Minuten betragen sollen, anders als bei der „Turnschuhverbindung“ werktags mit lediglich drei Minuten. „Einige Fahrgäste und ich rannten los“, berichtet der Frankfurter. Noch auf der Treppe zum Gleis hörte er dann aber, wie die S-Bahn abfuhr, ohne zu warten. „Das passiert öfter“, bekam er von einem Leidensgenossen zu hören. Dabei hätte die Bahn nur kurze Zeit am Gleis bleiben müssen, um die Fahrgäste der Dreieichbahn aufnehmen zu können. Doch stattdessen tauchte auf der Anzeigentafel die Wartezeit von 28 Minuten bis zur nächsten Verbindung auf.

Verwunderlich ist dabei, dass die S-Bahn wegen der aktuellen Tunnelsperrung in der Frankfurter Innenstadt nur bis zum Südbahnhof fährt. Eine Verspätung von zwei bis drei Minuten hätte da bestimmt den Fahrplan nicht durcheinander gebracht, vermutet der Frankfurter. Er verweist auf die Hinfahrt, als die Bahn Richtung Buchschlag schon zehn Minuten vor der Abfahrt am Südbahnhof zum Einsteigen bereit stand. Noch einen anderen Punkt nennt Brandl: Die Verbindung von Dreieichenhain nach Frankfurt sei in der RMV-App aufgeführt worden, anders als die „Turnschuhverbindungen“ werktags, die dort nicht auftauchen. Dann würden tagsüber die Wartezeiten in Buchschlag bis zur nächsten S-Bahn aber auch nur 15 und nicht 30 Minuten betragen.

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Maximilian Meyer, Sprecher des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV), bedauert die Wartezeit. „Wir wissen, wie wichtig die Anschlüsse an die Dreieichbahn sind.“ Seinen Angaben nach dürfte die S-Bahn auch während der Tunnelsperrung allerdings nur zwei Minuten Verspätung in Buchschlag haben, um den Fahrplan einhalten zu können. Denn im Südbahnhof müssten die Züge wenden und nach Darmstadt zurückfahren. Im geschilderten Fall am Sonntagabend hätten die beiden zusätzlichen Minuten ausgereicht. Warum der Fahrer trotzdem weitergefahren ist, konnte Meyer gestern nicht in Erfahrung bringen. Die Bahn AG, die die Dreieichbahn im Auftrag des RMV betreibt, will dem Sachverhalt nachgehen.

Brandl verkürzte sich die Wartezeit in der Gaststätte „Endstation“ am Bahnhof. Dort bekam er zu hören, dass sein Erlebnis kein Einzelfall war. Sehr oft klappe demnach der Übergang von der S- auf die Dreieichbahn nicht.

Beispiele aus dem neuen RMV-Preissystem

Rubriklistenbild: © Wikipedia/Rudolf Stricker

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