Der schüchterne Gitarrist

Lange hat es gedauert, bis sich Robert Wörner mit seiner Musik an eine breite Öffentlichkeit wagte. Auf You Tube stoßen seine Titel auf großes Interesse.
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Lange hat es gedauert, bis sich Robert Wörner mit seiner Musik an eine breite Öffentlichkeit wagte. Auf You Tube stoßen seine Titel auf großes Interesse.

Dreieich - „It’s not easy“ – „Es ist nicht einfach“ heißt Robert Wörners neuester Song. Doch der Titel straft die Musik Lügen, denn die ist alles andere als schwer, verkopft oder kompliziert. Von Enrico Sauda

Vielmehr klingt es leicht, beschwingt und fröhlich, was da aus den Monitorlautsprechern dringt.

Denn bis jetzt gibt es Robert Wörners Musik nur aus dem Netz. Und sein fast vierminütiger Song kommt gut an. Mehr als 2 800 Interessierte haben das kurzweilige, intelligent gemachte Video, in dem die animierten Instrumente das Lied nicht nur spielen, sondern auch singen, angeklickt.

Was für viele andere Musiker und solche, die es gerne wären, alltäglich ist, kostete den 42-jährigen Robert Wörner große Überwindung. „Ich habe mich jahrelang nicht mit meiner Musik an die Öffentlichkeit getraut“, sagt der gelernte Radio- und Fernsehtechniker, der im Hauptberuf Leiter der mobilen Hauskrankenpflege Wörner in Dreieich und des Sanitätshauses Dreieich ist.

„Ich dachte, dass es so viele Musiker gibt, die das alles so viel professioneller und besser machen als ich“, argumentiert der Gitarrist, der viele Jahre lang in Neu-Isenburg gewohnt hat. So traute er sich erst vor einigen Wochen, das Video bei You Tube hochzuladen. Und er ist erstaunt: „Mit dieser Reaktion hätte ich nicht gerechnet.“

Es fing bei einer Hochzeit an

Dass er trotz aller Schüchternheit und aller Selbstzweifel doch so weit ging, kam so: Als er im vergangenen Jahr bei einer Hochzeit in die Saiten griff, „musste ich den Anwesenden versprechen, dass ich so schnell wie möglich einen Song veröffentliche“.

Gesagt, getan. Inzwischen hat er mehrere Lieder geschrieben und sich 15 schützen lassen. „Damit ich den Nachweis habe, dass ich das Lied zu einem bestimmten Zeitpunkt erstellt habe.“

Aber Songs schreiben ist für ihn nichts Neues. Seit seiner Kindheit tut er dies bereits. Musik sei ihm „schon sehr wichtig“. Er möchte nicht über Belangloses singen, „keine Bla-Bla-Musik machen, sondern meine Lieder sollen eine Aussage haben“. So äußert sich Robert Wörner unter anderem zu Umweltproblemen. Neben dem ruhigen, fast schon als Liedermacher anmutenden Wörner gibt es auch noch den lauten.

„Ich bin sehr facettenreich, spiele eben von ruhiger bis zu House- oder Dancemusic vieles.“

Gitarre spielen brachte ihm der Vater bei

Gelernt hat Robert Wörner, der zurzeit in Niddatal lebt und noch nie ein Konzert gegeben hat, das Gitarre spielen von seinem Vater Oskar-Georg Wörner im Alter von sieben oder acht Jahren. „Mein Vater spielte und spielt Folkmusik und zeigte mir damals die ersten Griffe“, erinnert sich der Musiker, der aber auch hinter den Plattentellern als Discjockey eine gute Figur macht - erst bei Feiern und später bei den Reitauftritten seiner damaligen Freundin in der Frankfurter Festhalle.

„Manche Songs sprudeln einfach so aus mir heraus“, versucht Wörner den Entstehungsprozess seiner Lieder in Worte zu fassen. „Wenn die Musik steht, kommt der Text dazu.“ Der muss nicht immer Englisch sein. Wörner singt auch Deutsch – etwa in seinem Song „Sanduhr“.

Danach setzt er sich zuhause in sein Studio und bearbeitet die Lieder, spielt dabei alle Instrumente selbst ein und stellt dort auch das Video her, das im Internet zu sehen ist. „Vier Monate hat es gedauert, bis alles im Kasten war. Das Hauptaugenmerk liegt dabei aber auf der Musik.“

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