Leistungskurve zeigt im vierten Jahr in Folge nach oben

Solarpark: Wo Sonnenlicht zu Strom wird

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Die 2012 eröffnete Photovoltaik-Anlage auf der ehemaligen Deponie Buchschlags setzt sich aus rund 40 000 Einzelmodulen zusammen. Wer den „Solar-Hügel“ erklimmt, hat nicht nur einen guten Blick auf Hessens größtes Sonnenkraftwerk, sondern auch auf die Frankfurter Skyline.

Dreieich - Die Statistikkurve zeigt weite nach oben: Auch im vierten Jahr seines Bestehens steigert der Solarpark auf der ehemaligen Mülldeponie Buchschlags seine „Energie-Ernte“. Von Cora Werwitzke 

Die Stadtwerke wollen darüber hinaus den Ausbau von Sonnenenergie vorantreiben, indem sie privaten Hauseigentümern demnächst die Pacht einer Solaranlagen auf dem eigenen Dach schmackhaft machen. Die Sonne hat das Rhein-Main-Gebiet auch 2015 nicht im Stich gelassen. Die 40.000 Solarmodule, die auf dem Plateau und dem Südhang der ehemaligen Deponie Buchschlag ihre Oberflächen im genauestens kalkulierten Winkel gen Himmel recken, haben laut Statistik über das Jahr gesehen überproportional viel Sonnenlicht in Strom umwandeln können: Die Gesamtleistung der rund acht Fußballplätze großen Anlage kletterte auf gut 8,7 Millionen Kilowattstunden (2014: 8,4 Millionen).

Jede einzelne eingespeiste Kilowattstunde bringt den Betreibern einen laut Erneuerbare-Energien-Gesetz auf 20 Jahre festgeschriebenen Erlös von 22,07 Cent ein. Schnelle Kopfrechner haben es im Nu überschlagen: 2015 erwirtschaftete Hessens größtes Sonnenkraftwerk rund 1,9 Millionen Euro. Betreiber der Anlage ist die Rhein-Main-Solarpark GmbH, die je zu 50 Prozent von den Dreieicher Stadtwerken und der Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH gehalten wird. Ein Viertel der Solarparkanteile gehört Bürgern aus der Region, die nach dem Sonnenjahr 2015 mit stattlichen Zinsen aus ihrer Investition rechnen können.

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Im Vergleich zur Erzeugung des herkömmlichen Strom-Mixes im deutschen Netz spart die Anlage in Buchschlag mit ihrer aktuellen Jahresleistung den Ausstoß von mehr als 5000 Tonnen Kohlenstoffdioxid im Jahr ein. Mit den 8,7 Millionen Kilowattstunden lassen sich per anno locker 2000 Haushalte mit je vier Personen versorgen. „Die prognostizierte Leistung der Anlage liegt bei rund acht Millionen Kilowattstunden“, erläutert Stadtwerke-Chef Steffen Arta. Erst nach 20 Jahren soll dieser Wert dem Alter der Solarmodule entsprechend leicht abnehmen. Bereits vergangenes Jahr hatte die Anlage alles in allem mehr Strom produziert, als zuvor in ihre Herstellung investiert worden war. Seitdem ist ihre Klimabilanz positiv.

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Die Schonung von Ressourcen ist auch das Stichwort für ein neues Konzept, das die Stadtwerke zur Förderung von Solaranlagen bei Privateigentümern aufs Gleis setzen wollen. Dabei handelt es sich nach Angaben des Unternehmens um ein Pachtmodell – Details dazu sollen demnächst spruchreif sein.

Wer den Solarpark mal aus der Nähe erleben möchte, hat dazu bei regelmäßigen Technik-Touren Gelegenheit – das gilt für Privatpersonen, Firmen, Vereine oder auch internationale Gäste (Ende Mai hat sich eine koreanischen Delegation angesagt). Die knapp dreistündige Tour umfasst eine Filmvorführung über Photovoltaik, einen kurzen Vortrag, den Transfer zum Solarpark inklusive Blick auf die Skyline und eine Führung. Die Teilnahmegebühr beträgt zehn Euro pro Person. Für Fragen und Anmeldungen steht Andrea Günther zur Verfügung: 06103/602-249 oder andrea.guenther@stadtwerke-dreieich.de.

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