SPD über die AfD

„Das ganze Ausmaß des Hasses“

Dreieich - Die SPD hat über mehrere Wochen die Facebook-Aktivitäten des stellvertretenden AfD-Fraktionsvorsitzenden Andreas Schmehl beobachtet und dokumentiert.

„So unverbindlich die AfD im Stadtparlament auftritt, so radikal äußern sich ihr Mitglied Schmehl auf seiner persönlichen Facebook-Seite und der Administrator der Seite „AfD Freunde Frankfurt/Offenbach - Land Die Alternative für Deutschland“, schreibt die SPD und zitiert von der AfD-Seite: „Dies ist die Internetpräsenz der AfD-Freunde in und um die Multikultihölle Frankfurtisan! Wir sind jedoch keine offizielle Parteiseite der AfD!“ Als Belege hat die SPD ihrer Pressemitteilung Screenshots mit Datum hinzugefügt.

Die Sozialdemokraten listen mehrere Beispiele auf, die sie für mehr als bedenklich halten. So habe Schmehl den Bundespräsidenten Joachim Gauck als „kriegstreibenden Pfaffen“ bezeichnet. In einem anderen Post hieß es zu einem bereits aus dem Jahr 2007 stammenden Zeitungsartikel: „Die rot-grün versiffte antideutsche Kriegsfront arbeitet mit Hochdruck an der Einführung des Schariarechts in Deutschland“. Dabei ging es um ein Gerichtsurteil, in dem eine später von ihrem Amt entbundene Richterin die Scheidung einer misshandelten muslimischen Frau abgelehnt hatte – was damals von allen Parteien kritisiert worden war. Solche Beiträge hätten mit einem respektvollen Umgang, den Schmehl ja selbst immer einfordere, nichts zu tun. „Das kann nur als übelste Beleidigung, gerichtet gegen Politik und Justiz, interpretiert werden“, so SPD-Sprecher Michael Möck.

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Auch die Facebook-Seite der „AfD-Freunde“ sei entlarvend. Deren Administrator bleibe zwar unbekannt, er habe aber bis vor Kurzem die gleiche E-Mail-Adresse als Kontakt angegeben, unter der Schmehl als Stadtverordneter auf der städtischen Website zu erreichen sei: afd-dreieich@web.de. Dort soll Gewaltverherrlichung angeblich zum Löschen aus der Gruppe führen. Nichts als Alibi, meint die SPD und führt Beispiele an. Als Reaktion auf den Artikel „Hausbesitzer erschießt 18-jährigen Einbrecher“ aus der „Welt“ hieß es unter anderem: „Sogar mit Kopfschuss, gut gezielt, richtig so!“ Und Besucher der Seite wollten Flüchtlinge am liebsten „ersaufen lassen“. In den sozialen Netzwerken, folgert die SPD, zeige sich das ganze Ausmaß des Hasses, der die AfD-Mitglieder antreibe. (fm)

AfD in der Krise - Neue Alternative für Baden-Württemberg

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