Holger Gros spricht davon, dass kein Sportfeld geschlossen wird

Sportplätze: Verwunderung über FWG-Aussage

Dreieich - Obwohl die FWG in den Sitzungen der Ausschüsse mit ihrem Vorstoß zur Abschaffung der Sportplatzgebühren bereits abgeblitzt war, unternahm sie im Stadtparlament einen weiteren Versuch. Von Holger Klemm 

Dabei sorgte der stellvertretende Fraktionschef Holger Gros mit einer Aussage für Erstaunen beim Rest des Hauses. „Wir müssen einen neuen Weg finden, um Einsparungen zu erzielen. Handlungs- und Finanzverantwortung müssen zusammengeführt werden, so wie dies andere Städte tun“, betont Gros, der mit ein paar neuen Stichworten die anderen Fraktionen überzeugen will. Selbst Kienbaum habe in seinem Gutachten zur Schuldenbremse als Kernvorschlag die Übertragung der Schlüsselgewalt auf die Vereine genannt. Die FWG will das mit einem städtischen Budget flankieren. Dies müsse aber auskömmlich sein, damit die Vereine ihrer Verantwortung für die Unterhaltung gerecht werden können. Gros räumt ein, dass einige Vereine den Weg wegen des maroden Zustands von Funktionsgebäuden nicht gehen möchten. Doch was hindere die Stadt, diese beispielsweise mit einem Fünf-Jahres-Programm in einen guten Zustand zu versetzen. „Jetzt, wo wir wissen, dass keine der sieben Sportanlagen geschlossen werden wird, können wir doch loslegen.“ Die Stadt habe auch die Mittel, endlich mehr für die öffentlichen Investitionen zu tun..

Lesen Sie dazu auch:

Sportplätze in Dreieich: FWG-Antrag abgelehnt

Die Aussage, dass keine Sportanlage geschlossen werde, sorgt bei den anderen Fraktionen für Verwunderung. In der Sportplatzkommission werde aktuell über Vorschläge der Vereine gesprochen. Rainer Jakobi (SPD) und Peter Graff (Grüne) fordern die FWG auf, endlich wieder an den Sitzungen der Kommission teilzunehmen. Dann wäre es nicht zum Antrag gekommen. Ingo-Claus Peter bezeichnete das Konzept „Schlüssel mit Budget“ zwar als gute Idee, die Realität sehe aber anders aus. Jakobi nennt als Beispiel die komplizierten Verhandlungen mit dem TVD, dem man das am ehesten zugetraut hatte. Peter gibt zu bedenken, dass die Stadt finanziell nicht schlechter gestellt werden dürfe. Die Gebühren seien ja als Beitrag der Vereine zur Konsolidierung der finanziellen Situation gedacht gewesen.

Jakobi rät dazu, die aktuelle Diskussion in der Kommission zu dem Sportplatzgutachten, das ja auch von den Vereinen angeregt worden war, erst einmal abzuwarten, bevor die Stadtverordneten entscheiden. Am Ende stimmen nur FWG und Linke dem Antrag zu, CDU, SPD, Grüne und FDP stimmen dagegen, während sich die AfD enthält.

Auch Erster Stadtrat Martin Burlon zeigt sich gestern im Gespräch mit unserer Zeitung über die Aussage von Gros überrascht. In der Sportplatzkommission würden noch verschiedene Varianten diskutiert. Dazu zähle auch die Aufgabe von Sportplätzen durch die Stadt, wie sie von den Vereinen selbst ins Gespräch gebracht wurde, um die Nutzungsgebühren abzuschaffen. Das müsse aber nicht heißen, dass ein Platz geschlossen werde, er könne von Vereinen übernommen werden. Auch Gebühren seien weiterhin denkbar. Auf Basis der Rückmeldungen aus der Sportkommission müssten die Stadtverordneten im Herbst eine Entscheidung fällen. Das Gremium tagte gestern Abend nach Redaktionsschluss.

Rubriklistenbild: © Archivbild: Sauda

Mehr zum Thema

Kommentare