Auf zum nächsten Schritt

Stadt beteiligt sich an Planung der Raddirektverbindung

Dreieich - Die direkte Rad-Verbindung zwischen Darmstadt und Frankfurt nimmt konkrete Formen an. Nach der Machbarkeitsstudie im vergangenen Jahr geht es nun um die Einleitung des nächsten Planungsschritts. Von Holger Klemm 

An dem interkommunalen Projekt ist weiter die Stadt Dreieich beteiligt, die die entsprechende Vereinbarung mit dem federführenden Regionalverband FrankfurtRheinMain bereits unterschrieben hat. Ad acta gelegt wurde das ursprüngliche Vorhaben eines Radschnellwegs. Ein solcher ist nach Angaben des Ersten Stadtrats Martin Burlon mit bestimmten Standards verbunden, die ohne umfangreiche Umbauten kurzfristig nicht umzusetzen seien. So müsste beispielsweise eine Mindestbreite von vier Metern, eine durchgehende Beleuchtung oder eine durchgängige Asphaltierung geschaffen werden. Deshalb ist nur noch von einer Raddirektverbindung die Rede, die einfacher zu verwirklichen sei.

Auf Grundlage der Machbarkeitsstudie soll nun ein Planungsbüro untersuchen, welche planungsrechtlichen Voraussetzungen vonnöten sind, um die Verbindung auch rechtlich abzusichern. In Frage kämen ein Planfeststellungs- oder Bebauungsplanverfahren. Einzubeziehen sind auch die Bereiche, wo nichts getan werden muss. Das Planungsbüro soll bis zum Ende des Jahres eine so genannte „Road-Map“ zur Direktverbindung erstellen. Burlon freut sich, dass alle Städte und Gemeinden, die an dem interkommunalen Projekt beteiligt sind, an Bord bleiben wollen. Den Planungsanteil für Dreieich in Höhe von maximal 3 400 Euro hat der Magistrat genehmigt. Die Mittel stehen im Rahmen des Budgets des „Runden Tischs Radverkehr“ zur Verfügung.

In den kommenden Monaten wird es auch um den Streckenverlauf in Dreieich gehen. Schon jetzt steht laut Burlon fest, dass Sprendlingen als einziger Stadtteil von der Direktverbindung tangiert wird. Von Langen aus führe die angedachte Strecke durch die Rostadt zur Laurentiuskirche an der Eisenbahnstraße. Ab dem Berliner Ring gehe es dann weiter in Richtung Neu-Isenburg. Dazwischen müsse noch eine sinnvolle innerstädtische Verbindung gefunden werden. Ursprünglich sei angedacht gewesen, die Strecke entlang der Bahn auszuweisen. Das sei aber nach dem Verzicht auf den Radschnellweg nicht mehr notwendig.

Das richtige Modell: Wer braucht welchen Radhelm?

Inzwischen findet die geplante Verbindung auch auf Landesebene Beachtung. Das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung hat eine Förderung im Rahmen des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) bereits zugesagt.

Eines ist aber schon jetzt klar, wie Burlon betont. „Es wird keine komplette Baustelle für die Raddirektverbinung geben.“ Es würden immer nur Teilstücke neu hinzukommen. So gebe es Bereiche, die heute schon den Anforderungen entsprechen oder recht schnell entsprechend hergestellt und ausgewiesen werden können. Für andere Bereiche müsse dagegen erst einmal Planungsrecht geschaffen werden, was die Verwirklichung verzögere. Burlon: „Wenn aber alle Puzzleteile zusammengeführt sind, haben wir eine komfortable Verbindung für Radfahrer im Rhein-Main-Gebiet.“

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

Kommentare