Interessierte nehmen Rohbau unter die Lupe

Stadtteilzentrum nimmt Formen an

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Stefan Petzold wird Leiter des Stadtteilzentrums im Sprendlinger Norden.

Sprendlingen - Darauf haben die Nachbarn, die Aktiven beim Forum Sprendlingen Nord, einige Mitarbeiter der Stadt und Stadtverordnete lange gewartet: endlich den Rohbau des neuen Stadtteilzentrums einmal von innen besichtigen. Dazu bestand jetzt die Gelegenheit.

Nach den Verzögerungen am Bau durch Probleme bei der Ausschreibung und Vergabe einiger Gewerke hat das Forum Sprendlingen Nord die Rolle des Gastgebers für das vierte Baustellencafé übernommen. „Wir haben Kaffee, Kuchen und Waffeln organisiert, sind aber jetzt selbst sehr gespannt, uns den Neubau anzuschauen“, sagt Uwe Flesch, Vorsitzender des Vereins. Harald Piazzi, vom Gebäudemanagement der Stadt, führt die rund 50 Interessierten durch das Gebäude, das gerade seine Fenster bekommen hat. Die Besucher überzeugen sich von dem großzügigen Untergeschoss, in dem das Café, eine Küche, Büros und die beiden Räume fürs Forum Nord unterkommen sollen. Es geht auch ins Obergeschoss, in dem künftig zwei Gruppenräume, weitere Büros und ein einladend heller Jugendraum ihren Platz finden werden.

„Das Forum bekommt seinen eigenen Bereich, aber natürlich können die anderen Räume mit benutzt werden“, betont Erster Stadtrat Martin Burlon. Das zu koordinieren sei dann die Aufgabe des künftigen Leiters des Stadtteilzentrums, der beim Baustellencafé ebenfalls anwesend ist.

Etwas Sorge bereitet den Besuchern nach der Besichtigung der Cafébereich mit der Terrasse. „Wird das ein kommerzielles Café, wo wir uns künftig keine Kreppel mehr vom Bäcker holen und uns hier hinsetzen können?“, fragt eine der Damen. Diese Ängste kann Burlon sofort nehmen: „Wir dürfen hier gar kein kommerzielles Café betreiben. Wie der Betrieb des Cafés genau aussehen wird, ist Frage des Konzeptes, das erst noch mit allen Beteiligten entwickelt werden muss.“ Klar ist, dass der Mittagstisch, den es bereits jetzt schon gebe, künftig zwei Mal die Woche etabliert werden soll.

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Ähnliche Fragen gibt es zum Jugendraum, in den die Jugendlichen, die sich derzeit mehrmals wöchentlich im Pavillon am Berliner Ring treffen, eine neue Heimat finden sollen. „Ist es nicht zu laut, wenn dort Disco gemacht wird?“ „Bleibt der Raum den Jugendlichen vorbehalten?“ Das sind nur einige der Fragen. „Das ist eine Sache der Absprachen, aber deswegen gibt es ja das Stadtteilzentrum auch. Wir wollen Synergieeffekte schaffen und natürlich soll der Raum nicht komplett leer stehen, wenn die Jugendlichen gerade nicht da sind“, versichert Bürgermeister Dieter Zimmer.

Er weist auch auf die geplante Zusammenarbeit mit der Nieder-Ramstädter Diakonie hin, die in direkter Nachbarschaft in der vergangenen Woche Richtfest für ihr Wohnheim für behinderte Menschen gefeiert hatte. „Dieses Haus soll offen für alle sein“, wünscht sich Zimmer.

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Die Eröffnung des lang ersehnten Stadtteilzentrums soll im November gefeiert werden. Leiter ist Stefan Petzold, der seine Arbeit bereits zum 1. Juli aufnehmen wird. Der Sozialpädagoge mit Master in Soziologie freut sich auf die neue Herausforderung: „Ich habe jetzt richtig Lust, los zu legen, denn hier im Haus verbindet sich die praktische Sozialarbeit und der Kontakt mit den Menschen mit den administrativen und konzeptionellen Aufgaben“, sagt Petzold, der derzeit noch mit dem befristeten Programm „Jugend stärken im Quartier“ bei der Stadt beschäftigt ist.

col

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