Feilen am Konzept

Stadtteilzentrum: Ein offener Ort der Begegnung

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Das Stadtteilzentrum Hirschsprung Breitensee in der Hegelstraße soll, wenn alles gut geht, Mitte Dezember eröffnet werden. Dort wird auch das Projekt „Willkommen im Quartier“ seinen Platz finden.

Sprendlingen - Wenn das Stadtteilzentrum im Sprendlinger Norden an den Start geht, wird dort auch eine neue lokale Koordinierungsstelle ihren Platz finden. Möglich wird das Projekt unter dem Motto „Willkommen im Quartier“ (WiQ) durch Fördermittel des Landes. Von Holger Klemm

Das Stadtteilzentrum Hirschsprung Breitensee, das nach dem jetzigen Stand Mitte Dezember eröffnet werden soll, ist als offener Treff und Anlaufstelle für alle Bewohner des Stadtteils gedacht. Der Leiter Stefan Petzold arbeitet an der Konzeption und will dabei alle Aktiven, Kirchen und Vereine wie das Forum Sprendlingen-Nord eng mit einbeziehen. Das Zentrum wird ungefähr mit dem Auslaufen des Projekts „Soziale Stadt“ seine Arbeit aufnehmen können. Ellen Grohe vom Fachbereich Soziales, Schule und Integration sieht in direkter Anknüpfung daran die Möglichkeit, die Arbeit im Quartier weiterhin zu verstetigen und zu intensivieren. Die Strukturen vor Ort können so weiter vernetzt und entwickelt werden. Überhaupt sollen nach dem offiziellen Ende der „Sozialen Stadt“ in den kommenden Jahren weitere Vorhaben umgesetzt werden.

Als Ergänzung zu den vielfältigen Aktivitäten im Stadtteilzentrum ist „WiQ“ gedacht. Dazu wird eine pädagogische Fachkraft mit 19,5 Stunden eingestellt, die aus städtischen Mitteln auf 30 Stunden aufgestockt wird. Momentan läuft die Ausschreibung. Für die Stadt entstehen keine zusätzlichen Kosten, da auf die geplante Verwaltungsstelle im Stadtteilzentrum (15 Stunden) verzichtet wird. „Das können wir selbst übernehmen“, so Petzold.

Bei der Erarbeitung der Konzeption setzt Zentrumsleiter Stefan Petzold auch auf die Aktiven im Quartier.

Der Kreis hat die Mittel für die Stadt nach den Richtlinien für die Gemeinwesenarbeit beim Hessischen Ministerium für Soziales und Integration beantragt. Das Land trägt 90, die Stadt zehn Prozent. Die Förderung läuft vom 1. November 2016 bis 31. Dezember 2018. Für den Anfang wird eine Interimslösung gesucht, da das Stadtteilzentrum zu dem Zeitpunkt noch nicht fertig ist. Gedacht ist an eine Beratungs- und Vermittlungsstelle für alle Bewohner des Quartiers und auch für Flüchtlinge. Neubürger finden einen Anlaufpunkt, an dem sie an ihrem neuen Wohnort willkommen geheißen werden. Außerdem geht es um die Weiterentwicklung nachbarschaftlicher Strukturen sowie um die Vermittlung zwischen den unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen im Quartier. Ziel ist die Stärkung des „Wir-Gefühls“ im Stadtteil.

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Aktive erhalten zudem Unterstützung bei der Projektentwicklung und der Akquise von Fördermitteln. Außerdem steht ein jährliches Stadtteilbudget in Höhe von 15.000 Euro zur Verfügung. Daraus wird auch der Mittagstisch finanziert. Dieser soll nach dem Umzug ins neue Gebäude weiter ausgebaut werden, um das Stadtteilzentrum als offenen Ort im Sprendlinger Norden etablieren zu können. In diesem Zusammenhang ist auch die Cafeteria sehr wichtig. Bislang bietet das Forum Sprendlingen-Nord an alter Stelle im Berliner Ring zwei Cafénachmittage an.

Gemeinsam mit dem Leiter Stefan Petzold soll mit den vielen Aktiven und Ehrenamtlichen daran gearbeitet werden, die neue Einrichtung zu einem einladenden Ort der Begegnung für alle Bewohner zu machen – gleich welcher Herkunft und Nationalität. Um mehr über die Vorstellungen aller Beteiligten zu erfahren, plant Petzold Anfang Oktober ein großes Treffen. Bislang arbeitet der 33-jährige Frankfurter für das Projekt „Jugend stärken im Quartier“, das auch nach seinem Weggang ins Stadtteilzentrum Hirschsprung Breitensee fortgesetzt werden soll. Dafür wird aktuell nach einem Nachfolger für ihn gesucht.

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