Stadt freut sich über Zuschuss von 600.000 Euro

Stadtwerke sind gut aufgestellt

Dreieich - Trotz leichter Umsatzrückgänge bei den Stadtwerken ist Geschäftsführer Steffen Arta mit dem Jahresbericht 2015 zufrieden. Er sieht die Stadt-Holding, zu der auch die Verkehrsbetriebe und Schwimmbäder gehören, gut aufgestellt. Von Holger Klemm 

Insgesamt kann sich die Holding über einen gestiegenen Jahresüberschuss von 1,164 auf 1,449 Millionen Euro freuen. 600.000 Euro fließen an die Stadt, der Rest dient der Stärkung des Eigenkapitals. Bei den Stadtwerken musste Arta einen Umsatzrückgang von 54,2 Millionen Euro im Jahr 2014 auf 51,7 hinnehmen. Er führt dies auf den zunehmenden Wettbewerb, staatliche Regulierung und rückläufige Großhandelspreise zurück. Weiter zurückgegangen ist die Stromabgabe auf 171,9 Millionen Kilowattstunden (2014: 175,8). Der Trend halte seit einigen Jahren an. 2005 verkauften die Stadtwerke noch 195 Millionen Kilowattstunden. Dafür gab es ein Plus beim Gas (von 378,3 auf 406 Millionen Kilowattstunden) und beim Wasser (plus 130.000 Kubikmeter). Beides hat mit der Witterung zu tun – beim Gas mit dem nicht ganz so milden Winter, beim Wasser mit dem heißen Sommer. Auch beim Wärmecontracting-Modell Thermopur freut sich der Geschäftsführer über einen Anstieg von 5,89 auf 7,71 Millionen Kilowattstunden.

Wichtig ist ihm eine maximal Versorgungssicherheit bei minimalem Störungsumfang. So habe es 2015 gerade mal Stromausfälle von 16 Minuten gegeben. Damit das so bleibt, haben die Stadtwerke 3,5 Millionen Euro in die Modernisierung, den Ausbau und der Erhalt der Netzstruktur investiert. 2015 begann auch die Planung für die zweite Erdgas-Tankstelle, die kurz vor der Eröffnung steht. Von dem Jahresergebnis von 5,7 Millionen Euro führte das Unternehmen 4,4 Millionen Euro an die Stadt-Holding und eine Million an die Mainova ab.

Erfolge meldete auch der Rhein-Main-Solarpark (RMS), ein gemeinsames Unternehmen mit der FES Frankfurt. Mit dem Rekordwert von 8,72 Millionen Kilowattstunden konnten drei Prozent mehr als 2014 eingespeist werden. Der Überschuss kletterte um 19 Prozent auf 195.800 Euro. Möglichkeiten einer Erweiterung des Solarparks auf der ehemaligen Buchschlager Deponie sieht Arta nicht. Allerdings weist er auf das neue Solarpur-Programm zur Pachtung von Solaranlagen für ein Ein- bis Zwei-Familien-Häuser hin. Seinen Angaben nach läuft Solarpur besser als erwartet. So habe es bislang 50 Anfragen gegeben. 15 Angebote seien platziert, Verträge zu fünf Anlagen abgeschlossen, eine bereits montiert. Insgesamt stehe die Investition in nachhaltige Technologien weiter im Fokus.

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Arta betont auch das Engagement seines Unternehmens in den Bereichen Sport, Bildung, Kultur und Soziales. Als Beispiele nennt er die Unterstützung der Burgfestspiele, des Dreieich-Museums und des Breitensports. Bei den Verkehrsbetrieben kommt es laut Arta darauf an, den Standard zu erhalten. Der Umsatz ist zwar von 871.300 auf 1,2 Millionen Euro gestiegen, doch das habe mit buchhalterischen Einmaleffekten durch RMV-Überweisungen zu tun. Insgesamt sei der Ticketverkauf an den Verkaufsstellen rückläufig. Das lasse aber keine Rückschlüsse auf die Fahrgastzahlen zu. Arta vermutet, dass mittlerweile viele Fahrkarten online gekauft werden. Das Minus von 173.592 Euro wurde innerhalb der Holding ausgeglichen.

Große Freude bereiteten die Bäder. Der Traumsommer führte zu einem Rekord im Freibad mit 79349 Besuchern. Im Hallenbad sorgte die neue rustikale Blocksauna für ein Plus von zwölf Prozent bei den Gästen. Das habe zur Reduzierung der Verluste im Bäderbereich um zwei Prozent beigetragen. Insgesamt kamen Hallenbad und Sauna auf 83.519 Besucher. Arta ist zuversichtlich, was die Aussichten für 2016 angeht. Nach den bisherigen Zahlen rechnet er mit einem soliden Abschluss. Allerdings sei das noch ein wenig wetterabhängig.

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