Herausragende Pianistin und rasanten Sinti-Swing

41. Jazz in der Burg: Standards im aufregenden Gewand

+
Jazzklassiker verbunden mit kubanischen Rhythmen – ihre aufregende Mixtur präsentieren die Formationen Klazz Brothers & Cuba Percussion am Samstag bei Jazz in der Burg.

Dreieich - Nach der großen Jubiläumssause im vergangenen Jahr hat auch die 41. Ausgabe von Jazz in der Burg am Samstag, 30. Juli, ab 19 Uhr einiges zu bieten.

Neben einer der besten Jazzpianistinnen Europas warten die Veranstalter im Burggarten mit rasantem Sinti-Swing sowie einer ungewöhnlichen Fusion auf. Als „First Lady of Boogie Woogie“ wird Anke Angel gefeiert. Seitdem sie ihren Platz in einer Anwaltskanzlei verlassen hat, um „als Musikerin die Menschen glücklich zu machen“, begeisterte sie bei vielen renommierten Veranstaltungen wie dem North Sea Jazz Festival, dem Jazzfestival Luzern oder dem internationalen Summer Festival Zagreb. Bereits 2007 kürte die holländische Organisation Dr. Jazz die Musikerin zu Europas bester Jazz-Pianistin. Das Magazin „Men’s Monthly“ verlieh ihr den Titel „Jazz babe of the year“. Anke Angel präsentiert opernreife Koloraturen und erklärt den Boogie Woogie als Wurzel jeglicher Musikrichtung. Nach Dreieichenhain kommt sie mit Harm van Sleen (Bass) und Remco van Schaik (Drums).

Seit sechs Generationen schon leben die Familien der Brüder Giovanni (Gitarre) und Jeffrey Weiss (Gitarre) sowie ihres Cousins Robert (Bass) im Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg. Das stärkste Band zu ihren Vorfahren in einer der größten Gemeinden von Sinti und Roma ist und bleibt die Musik. Vor allem die des legendären Django Reinhardt, der nicht nur die Inspiration zur Namensgebung ihrer Band gab. Nun macht „Django Deluxe“, Gewinner des Echo Jazz 2016, im Burggarten Station, um das aktuelle Album „Driving“ vorzustellen. Die drei Musiker Weiss fühlen sich Reinhardts Gypsy Swing und seiner Verbindung zum amerikanischen Jazz verpflichtet. Dazu haben sie einen ungemein lässigen und dennoch spannungsreichen Stil entwickelt. Im Vordergrund stehen die virtuosen Soli von Giovanni Weiss, perfekt unterlegt vom unaufhörlich antreibenden Groove-Teppich von Jeffrey und Robert.

„Jazz meets Cuba“ – unter dieses Motto haben die Bands Klazz Brothers und Cuba Percussion ihren gemeinsamen Auftritt bei Jazz in der Burg gestellt. Klassiker von Größen wie George Gershwin, Duke Ellington, Charlie Parker oder Miles Davies erklingen im aufregenden Gewand. Denn kombiniert mit den kubanischen Rhythmen erscheinen deren unvergessliche Jazzstandards in einem neuen, südlicheren Licht. Um dieses Treffen perfekt zu machen enthält das Repertoire auch kubanische Songs im Jazzgewand. Kritiker zeigen sich begeistert. Die Klazz Brothers bestehen aus Kilian Forster (Bass), Bruno Böhmer Camacho (Piano) und Tim Hahn (Drums) sowie Cuba Percussion aus Alexis Herrera Estevez (Percussion) sowie Elio Rodriguez Luis (Conga). Die fünf Musiker spielten auch schon zusammen in Havanna.

Bilder: Jazz in der Burg

Die Karten kosten 26 Euro und sind im Vorverkauf im Ticket Service des Bürgerhauses Sprendlingen, Fichtestraße 50, 06103/60000, oder an der Abendkasse, die eine Stunde vor Beginn öffnet, erhältlich. Seine Fortsetzung findet das 41. Festival am Sonntag, 31. Juli, um 9.30 Uhr mit der Gospelmatinee in der evangelischen Burgkirche und um 11 Uhr mit dem Blues Morning im Burggarten. Das Programm stellen wir in der morgigen Ausgabe vor. (hok)

Kommentare