Wunschzettel für 15. Dreieicher Weihnachtskalender ist da

Startschuss und Abschiedsbotschaft

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Kinder der Karl-Nahrgang-Schule präsentieren das Titelbild des Weihnachtskalenders 2016. Es wird der letzte Kalender-Jahrgang unter der Regie von Dr. Wolfgang Mühlschwein (Zweiter von links) sein. Die Jury zur Auswahl des Bildes bestand aus (von links) Frauke Grundmann-Kleiner, Bettina Schmitt, Brigitte Reinhardt, Dieter Zimmer und Sandra Neubauer.

Dreieich - Der Dreieicher Wunschzettel steht. Jetzt sind spendable Paten gefragt, die die 23 dort aufgelisteten Projekte von Vereinen, Initiativen und Institutionen fördern. Derweil werden Dr. Wolfgang Mühlschwein und Werner Suss – beide seit Anbeginn für den Dreieicher Weihnachtskalender im Einsatz – in absehbarer Zeit kürzer treten. Von Cora Werwitzke

Der 15. Dreieicher Weihnachtskalender wird im November erscheinen und beim Türchenöffnen im Advent wieder in zig Haushalten für Spannung sorgen. Die Benefizaktion ist unter Wolfgang Mühlschwein und Werner Suss zu einer Institution geworden – Hunderttausende Euro sind im Laufe der vergangenen eineinhalb Jahrzehnte für soziale Zwecke in Dreieich generiert worden. „Doch alles hat seine Zeit“, sagt das Duo unisono. Der 15. Kalender soll der letzte sein, bei dem es sich in das „operative Geschäft“ hineinhängt. Doch auch ohne die beiden als Zugpferde soll es weitergehen. „Der Dreieicher Weihnachtskalender darf nicht sterben“, unterstreicht etwa Bürgermeister und langjähriger Schirmherr Dieter Zimmer am Mittwochabend bei der Veröffentlichung des Wunschzettels und des Kalendertitelbilds in der Karl-Nahrgang-Schule vor großer Runde.

Initiator Mühlschwein treibt natürlich die Zukunft des Kalenders um. Nachfolger sind nicht leicht zu finden, schließlich ist die Benefizaktion – anders als ihr Titel vermuten lässt – das ganze Jahr über mit Arbeit verbunden. Der scheidende Vorsitzende hat sich deshalb mit einer großen Bitte an die beiden Rotary-Clubs Offenbach-Dreieich und Dreieich-Isenburg sowie den Lions-Club Dreieich gewandt: „Ich bat sie zu prüfen, ob sie sich verpflichten wollen, uns drei Jahre lang finanziell zu unterstützen – und damit den ,Neuen‘ den Rücken freizuhalten“, berichtet Mühlschwein. Er ist überzeugt davon, dass es mit dieser Verpflichtungserklärung einfacher sein wird, Nachfolger zu finden. Bereits von Anfang an übernehmen die beiden Rotary-Clubs jährlich jeweils 2 500 Euro der Herstellkosten des Kalenders. Und der Lions-Club Dreieich engagierte sich in den vergangenen Jahren regelmäßig bei der Übernahme von Projektpatenschaften. Vertreter aller drei Clubs signalisieren am Mittwochabend, dass die grundlegende Bereitschaft vorhanden sei. Teils müssten sie noch intern abstimmen. „Ihr Rückhalt ist wichtig“, appelliert Mühlschwein. Beim 16. Kalender kommendes Jahr werde sich zeigen, ob allen etwas am Fortgang der Aktion liege.

Zunächst steht jedoch die Vorbereitung des aktuellen Kalenders im Fokus. Dieses Mal obliegt die Gestaltung des Titelbildes den Schülern der Karl-Nahrgang-Schule – erstmals ist also Götzenhain der Dreh- und Angelpunkt des Countdowns. Eine fünfköpfige Jury mit Dieter Zimmer, Stadtverordnetenvorsteherin Bettina Schmitt, zwei Vertretern des Weihnachtskalender-Vorstands und einer Vertreterin der Schulleitung hat vier mögliche Bilder von Schülern zur Auswahl. „Wir haben uns gedacht: Wer den Kalender mit diesem Gewinnerbild immer am Kühlschrank sieht, der muss einfach gute Laune haben“, begründet Frauke Grundmann-Kleiner im Anschluss die Jury-Entscheidung.

Im Publikum sitzen viele Vertreter von Vereinen, Initiativen und Institutionen, deren eingereichte Projekte zu ihrer Freude für den Wunschzettel bewilligt wurden. Exemplarisch ergreift ein Quartett das Wort. Als Erstes Günter Keller, Chef des Dreieicher Elektro-Rollstuhl-Hockey-Clubs. Auf seinem T-Shirt steht „Deutscher Meister“ – „ein Titel, den wir nur erringen konnten, weil wir vom Dreieicher Weihnachtskalender bei der Fahrt zu internationalen Turnieren unterstützt werden.“ Maritta Sauer von der Bürgerhilfe Dreieich berichtet, wie gewinnbringend der Chor für demente und nichtdemente Sänger im Haus Dietrichsroth ist. Ohne die großzügige finanzielle Hilfe könnte der Chorleiter nicht bezahlt werden. Für den Kinderschutzbund erläutert Katja Hölscher, wie viel besser mit Familien aus dem arabischen Raum gearbeitet werden könne, wenn der Kurs „Starke Eltern – Starke Kinder“ in deren Muttersprache abgehalten wird. „Wir haben eine Kursleiterin dafür gefunden“, sagt Hölscher, die hofft, dass das Angebot mit Hilfe des Weihnachtskalenders realisiert werden kann. Heidi Schäfer von der hiesigen Behindertenhilfe lässt den Erfolg des jüngsten Sommerfests samt Fußballturnier im Sportpark an der Lettkaut Revue passieren. Eine Neuauflage wäre super.

Auch ein Projektpate fasst seine Motivation in Worte, den Wunschzettel zu studieren: „Das Geld versickert nicht irgendwo, es ist sympathisch, damit ein Projekt zu begleiten“, so Peter Groll, der in Frankfurt eine Anwaltskanzlei betreibt und seit Kurzem im Heckenborn heimisch ist. Vor knapp einem Jahr übernahm er kurz vor „Torschluss“ die Patenschaft für vier Projekte – und imponierte damit dem Vorstand um Mühlschwein nachhaltig.

Weitere Infos: www.dreieicher-weihnachtskalender.de

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