Götzenhainer schätzen wieder ihre Kerb-Tradition

Stimmung wie seit Jahren nicht mehr

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Traditionelle und moderne Unterhaltung liegen bei der Götzenhainer Kerb dicht nebeneinander. Wie es schon seit anno dazumal guter Brauch ist, brachten die Kerbborschen ihren Baum mit Bopp zunächst in die Senkrechte. Gestern kamen dann Spaßmannschaften in den Genuss eines Menschenkicker-Turniers. Im Bild spielt die SG Götzenhain gegen Kerbborschen und -mädels der vergangenen Jahre. Das runde Bild zeigt den Bieranstich im Festzelt – dabei gab Bürgermeister Dieter Zimmer sein Bestes.

Götzenhain - Der Aufwärtstrend bei der Götzenhainer Kerb hält an. Auf dem Rummelplatz und im Festzelt geht’s ab. Bei der Kinder-Olympiade und dem Menschenkicker-Turnier sind etliche Vereine ins Kerbtreiben eingebunden. „Diese Kerb ist einfach der Wahnsinn“, freut sich Daniel Wilken, stellvertretender Chef des Kerbvereins. Von Enrico Sauda

Der Baum, eine gut 15 Meter hohe Birke, steht innerhalb von nur zwölf Minuten. Die neun Kerbborschen geraten am Freitagabend mächtig ins Schwitzen, während der Spielmannszug der Feuerwehren Offenthal und Götzenhain musikalisch zur Unterstützung beitragen. Später greifen „Tailormade“ in die Saiten und sind damit Teil von etwas ganz Besonderem. Denn der erste Kerbabend mausert sich zu einem der besten in der jüngeren Geschichte der 1776 initiierten Kerbtradition. „Dieser Freitag war der erfolgreichste Kerbtag seit mindestens 15 Jahren“, unterstreicht Wilken. Die Kerb sei definitiv nicht tot, das merke man auch an den Kerbborschen, die sich enorm ins Zeug legten. Und das nicht nur beim Baumaufstellen.

Überhaupt hat diese Ausgabe des Traditionsfestes einiges zu bieten. Etwa eine Kinderolympiade, bei der die Götzenhainer Vereine mitmischen – „eine sehr gute Beteiligung“, lobt Wilken. So punkten die Baseballer der Vultures etwa mit einem Schlagkäfig, das Rugby-Team des HSV präsentierte sich ebenfalls. Es gibt insgesamt sieben ehrenamtlich auf die Beine gestellte Stationen, die Kinder durchlaufen können. Mit von der Partie sind unter anderem die Bogenschützen des HSV, die Akrobaten und die Jugendfußballer der SGG.

Traditionelle und moderne Unterhaltung liegen bei der Götzenhainer Kerb dicht nebeneinander. Wie es schon seit anno dazumal guter Brauch ist, brachten die Kerbborschen ihren Baum mit Bopp zunächst in die Senkrechte. Gestern kamen dann Spaßmannschaften in den Genuss eines Menschenkicker-Turniers. Im Bild spielt die SG Götzenhain gegen Kerbborschen und -mädels der vergangenen Jahre. Das runde Bild zeigt den Bieranstich im Festzelt – dabei gab Bürgermeister Dieter Zimmer sein Bestes.

„Insgesamt sind wir schon jetzt zufrieden“, resümiert Wilken bereits am Samstagabend. Das Wetter könnte aus seiner Sicht aber etwas einladender sein. Volle Bierzeltgarnituren als Lohn für die Arbeit ist den Organisatoren allemal zu wünschen. Denn hinter der Kerb, die noch bis heute geht, steckt „ein riesiger Aufwand“, so Wilken.

Eine spezielle Aktion soll dem Kerbverein in diesem Zusammenhang Geld in die Kasse spülen: Ab sofort wird es jedes Kerbjahr eine limitierte Auflage von 300 bis 400 Kerb-Buttons geben. „Gegen eine Spende kann man diesen Button kaufen, mit dem Erlös aus dem Verkauf in diesem Jahr möchten wir einen Bauwagen kaufen“, so Wilken. „Das würde uns die Arbeit während des Auf- und Abbauens sehr erleichtern.“ Die Kosten liegen bei rund 2.000 Euro. „Mithilfe eines Bauwagens könnten wir unser gesamtes Inventar mit einem Rutsch vor Beginn der Kerb zum Kerbplatz und danach wieder zurück befördern.“ Doch das ist nicht alles: Ist der Bauwagen erst mal finanziert, soll in Abstimmung mit den Götzenhainer Vereinen Jahr für Jahr ein neues Projekt benannt werden, das durch den Verkauf gefördert wird. Selbst in Sachen Mitgliederwerbung nimmt der Kerbverein Anlauf – und zwar mit einer witzigen Aktion: Im Festzelt finden Besucher „Anmelde-Bierdeckel“ vor. So kann jeder den Untersetzer seines Gerstensaftes gleich ausfüllen und bei den Verantwortlichen abgeben.

Bilder zur Kerb in Götzenhain

Der gestrige Sonntag steht vormittags im Zeichen des Kerbgottesdiensts. Danach geht’s bei der zweiten Auflage des gut besuchten Menschenkickerturniers sportlich und amüsant zur Sache. Am Abend konkurrieren die Kerbborschen beim Nagelturnier um die treffsichersten Hammerhiebe.

Heute geht’s um 11 Uhr mit einem Senioren-Frühschoppen im Festzelt weiter – mit von der Partie sind Schmidtchen Schleicher und der Seemannschor Sumser Ahoi. Um 20.30 Uhr klingt der Tag mit der Kerbverbrennung auf dem Spielplatz Am Lachengraben/Vor der Pforte aus.

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