Stadt und Polizei schlagen härtere Gangart an

Nach etlichen Beschwerden: Strafe für Gehweg-Radler

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Symbolbild

Dreieich - Nicht nur zwischen Autofahrern und Radlern kommt es häufig zu haarigen Situationen. Auch das Verhältnis zwischen Fußgängern und Radfahrern ist konfliktträchtig – wenn Letztere sich nicht an die Regeln halten. Von Frank Mahn

Gehwege sind für Radfahrer tabu, außer für Kinder bis zehn Jahre. Alle anderen Radler haben auf Bürgersteigen nichts verloren. Soweit die Theorie. In der Praxis sieht die Sache ganz anders aus. Weil sich viele nicht daran halten, haben Polizei und städtisches Ordnungsamt am Mittwoch zwei Stunden in der Sprendlinger Innenstadt kontrolliert – und elf gebührenpflichtige Verwarnungen ausgesprochen. Im Rathaus beschweren sich immer mehr Fußgänger über Radfahrer, die teilweise ohne jede Rücksichtnahme auf Gehwegen unterwegs sind. Mündliche Ermahnungen durch die Ordnungspolizei und den freiwilligen Polizeidienst haben sich nicht als geeignetes Mittel erwiesen, das Fahren auf Bürgersteigen zu unterbinden. Mit Unterstützung der Polizei schlägt das Ordnungsamt deshalb eine härtere Gangart an.

Das bekamen die ersten Uneinsichtigen am Mittwoch schon zu spüren. In den zwei Stunden, in denen die Kontrolleure in der Frankfurter und in der Hauptstraße unterwegs waren, hielten sie 19 Radler auf Gehwegen an. Elf von ihnen müssen jetzt zehn Euro Verwarnungsgeld zahlen. Von den anderen acht waren die meisten Jugendliche im Alter von elf bis 13 Jahren. Sie kamen mit einer Ermahnung davon.

Vernetzt und kabellos: Digitalisierung des Fahrrads

Die meisten „Sünder“ zeigten Einsicht, sagt Thomas Müller, Leiter des Fachbereichs Bürger und Ordnung. Aber eben nicht alle. Zwei artikulierten gegenüber den Streifen deutlichen Unmut. „Von Unrechtsbewusstsein keine Spur“, bedauert Müller. Fußgänger hätten die Aktion begrüßt und sich eine baldige Wiederholung gewünscht. Darauf müssen sie nicht lange warten. Der nächste Kontrollgang ist bereits für Oktober angekündigt.

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