Leiter nimmt syrische Familie auf

Strothoff International School engagiert sich für Flüchtlinge

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Ahmad Almoshrif und Rawia Almohmad bedanken sich für die Gastfreundschaft bei Schulleiter Dr. Ilya Eigenbrot. Mit auf dem Bild sind der zweieinhalb Jahre alte Zain und der fünf Monate Mohmad, der in Dreieich zur Welt gekommen ist.

Dreieich - „Ihr seid ein Vorbild für Erwachsene. “ Diese lobenden Worte findet Bürgermeister Dieter Zimmer vor zahlreichen Grundschülern der Strothoff International School, die sich aus Anlass seines Besuchs in der Bibliothek eingefunden haben und gespannt zuhören. Anlass seiner Visite sind die vielfältigen Aktivitäten der Schule in der Flüchtlingshilfe. Von Holger Klemm 

Über mangelndes Engagement in Dreieich braucht sich Zimmer nicht zu beklagen. Im Netzwerk Flüchtlingshilfe sind mehr als 100 Personen, Initiativen, Vereine und Kirchengemeinden aktiv. Ein verlässlicher Partner ist die Strothoff International School mit Sitz an der Frankfurter Straße 160-166. Dort sind Schüler, Lehrer und Eltern gleichermaßen im Einsatz, um auf vielfältige Weise Flüchtlingen zu helfen. Das entspreche der Weltoffenheit der Schule, wie Geschäftsführer Dr. Daniel C. Schmid betont. Mit seinem Besuch will Bürgermeister Dieter Zimmer Danke sagen. Er spricht von einem besonderen Engagement für die Gesellschaft.

Die Liste der Aktivitäten ist beeindruckend: Schulleiter Dr. Ilya Eigenbrot nahm für einige Monate eine syrische Familie auf. Lehrer sowie Eltern organisieren ehrenamtlich Sprachkurse und Nachhilfe. Schüler der ersten bis dritten Klassen bastelten Geschenktüten mit Spielzeug für alle Flüchtlingskinder in Dreieich. Einige beschäftigten sich erst theoretisch mit dem Thema Asyl, besuchten dann die Kinder der Unterkunft in der Damaschkestraße und laden sie zweimal wöchentlich auf den Spielplatz der Schule ein. Durch verschiedene Aktionen wie den Verkauf von Plätzchen, Crêpes und Büchern sowie Spenden der Lehrer kamen 400 Euro zusammen, die an den Bürgermeister und die Integrationsbeauftragte Karin Scholl übergeben wurden. Das Geld soll den Besuch von Flüchtlingen im Freibad ermöglichen.

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Einen Blumenstrauß und kulinarische Köstlichkeiten gibt es für den Schulleiter. Damit bedanken sich Ahmad Almoshrif und Rawia Almohmad, die mit ihren Söhnen Zain und Mohmad gekommen sind, für die Gastfreundschaft bei Eigenbrot. „Das ist sehr beeindruckend und hat besonderen Vorbildcharakter“, lobt Zimmer. Doch Eigenbrot will nicht so viel Aufhebens machen. „Ich wusste, da kommen Menschen, die Hilfe brauchen.“ Zudem hätten seine Gäste mehr für ihn getan. „Sie haben gekocht und geputzt. Ich habe bestimmt fünf Kilo zugenommen“, sagt er schmunzelnd. Anfangs lief die Kommunikation mit Händen und Füßen. Mittlerweile kann Ahmad Almoshrif Deutsch, auch mit Unterstützung der ehrenamtlichen Helferinnen Christine Grafe und Heike von Wolff, die zweimal wöchentlich der Familie halfen, die in der Zeit ihren zweiten Sohn bekam. Seit Kurzem hat sie in eine Wohnung in Sprendlingen.

Nun will der Computerprogrammierer schnell Arbeit finden. Auch da möchte die Schule helfen. „Das ist der nächste wichtige Schritt“, betont Schmid. Am nächsten Dienstag um 18 Uhr gibt es ein vom Verein Zukunft Dreieich initiiertes Treffen in der Schule, für das 50 anerkannte Flüchtlinge angeschrieben wurden. Eine AG des Vereins hat eine Datenbank entwickelt, um die Qualifikationen der Flüchtlinge zu erfassen. Diese soll die Grundlage für eine Job- und Praktikumsbörse bilden.

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Auf schöne Erlebnisse kann eine Schulgruppe zurückblicken, die Flüchtlingskinder betreut hat. „Am Anfang waren sie sehr verschlossen, mittlerweile sind sie sehr zugänglich“, freut sich Florence Tourbier. Die Gruppe sprach mit den Kindern nur Deutsch, berichtet Alexander Josefson. Mit Erfolg. „Ein Mädchen kann nun sehr gut Deutsch, auch die anderen machen Fortschritte“, so Eva Wedig.

Zweimal in der Woche gibt es Spielnachmittage der Grundschüler mit Kindern aus der benachbarten Unterkunft. Damit setzen sie ein besonderes Zeichen, haben aber auch selbst viel Spaß. In diesem Sinne wird es mit den Aktivitäten an der Schule weitergehen.

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