ADFC startet Umfrage und hofft auf rege Resonanz

Rad fahren in Dreieich - was passt, wo sind Verbesserungen nötig?

+

Dreieich - Rad fahren in Dreieich – eine gute Sache oder mit Risiken und Unwägbarkeiten behaftet, die es abzustellen gilt? Antworten auf diese Frage erhofft sich die Ortsgruppe des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC). Von Holger Borchard

Sie ruft die Dreieicher zur Teilnahme am Fahrrad-Klimatest auf. Zwei Jahre sind vergangen seit der letzten Umfrage dieser Art, nun bittet der ADFC im Rahmen der bundesweiten Aktion die Bürger abermals um Rückmeldung. Unter der Internetadresse www.fahrradklima-test.de kann jedermann bis Ende November kundtun, wie er das Klima für Radler in der Stadt bewertet. „Die Bestandsaufnahme soll der Stadtverwaltung vor Augen führen, wo Verbesserungen nötig sind, aber auch zeigen, mit welchen Maßnahmen Radler zufrieden sind“, sagt Bernd Kiefer, Vorsitzender des ADFC Dreieich. „Die Liste des Runden Tischs Radverkehr ist noch lang, aber in den vergangenen Jahren wurde einiges verbessert, das sich absolut sehen lassen kann.“ Dies beweise, dass auch in Zeiten knapper Kassen etwas bewegt werden könne, sofern Politik, Verwaltung und Verbände an einem Strang zögen.

„Wir hoffen, dass möglichst viele Dreieicher abstimmen, denn der Test ist nicht zuletzt eine Bewertung der Arbeit des Runden Tisches Radverkehr, an dem wir von Beginn an mitarbeiten“, betont Kiefer. Dass eine Stadt extra für den Radverkehr einen Runden Tisch einrichte, sei nicht selbstverständlich. „Viele Nachbarkommunen haben nichts Vergleichbares. Immerhin hat unser Beispiel Schule gemacht – Langen und Neu-Isenburg haben nachgezogen, auch die Kreisverwaltung hat eine vergleichbare Einrichtung.“ In Dreieich treffen sich die Genannten vier bis fünf Mal jährlich, dies schon seit 2008.

Crash-Test mit Radfahrer: Das passiert beim Aufprall

„Auf jeden Fall ist es beachtlich, was in jüngster Zeit alles bewerkstelligt wurde“, kommentiert der ADFC-Vorsitzende und nennt Beispiele:

  • 2017 wird Dreieich seine erst Fahrradstraße erhalten. Der Förderbescheid des Landes in sechsstelliger Höhe liegt vor, der Ausführung steht nichts mehr im Weg.
  • Als „riesiges Plus an Sicherheit“ wertet der ADFC die Ampel für Fußgänger und Radfahrer im Bereich L 3317/Auf der Hub nahe Gut Neuhof. „Sie bietet endlich eine sichere Querung der stark befahrenen Landesstraße und wurde seit Jahren vehement vom Runden Tisch Radverkehr gefordert.“
  • Vor wenigen Wochen wurde eine wichtige Verbindung zwischen Darmstädter Land- und Heinrich-Hertz-Straße geschaffen. Sie macht insbesondere den Weg zur Weibelfeldschule wesentlich sicherer.
  • In Sprendlingen wurden auf Frankfurter, Fichte- und Robert-Bosch-Straße im Lauf der vergangenen Jahre beidseitig Fahrradschutzstreifen aufgebracht, um die Sicherheit für Radler zu erhöhen.
  • Darüber hinaus wurden acht Einbahnstraßen für den Radverkehr in Gegenrichtung geöffnet, um ungeliebte Umwege zu vermeiden.
  • Die Anschaffung mobiler Abstellanlagen war überfällig, rege Nutzung bei Sprendlinger und Hainer Kerb sowie anderen Festen rechtfertigen die Kosten; bei der Generalüberholung der Abstellanlage am Buchschlager Bahnhof ermöglichten die mobilen Radparker den reibungslosen Ablauf.
  • Für Freizeitradler wurde mit kräftiger Unterstützung des ADFC der familienfreundliche Radrundweg Dreieich ausgeschildert.

„Es hat sich bewährt, wenn bei anstehenden Aktivitäten stets die Frage gestellt wird: ,... und was ist mit dem Radverkehr?’“, bilanziert Kiefer. Detaillierte Infos unter www.adfc-dreieich.de/RunderTischRadverkehrDreieich.

Kommentare