Modell für Normalverdiener

Verein Zukunft Dreieich will sich stärker öffnen

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Zupackend: Vorsitzender Hans Strothoff sieht den Verein Zukunft Dreieich auf dem richtigen Weg.

Dreieich - Hans Strothoff sieht den Verein Zukunft Dreieich auf dem richtigen Weg. „Wir haben Köpfe und Herzen mobilisiert“, sagte der Vorsitzende in der Mitgliederversammlung vor gut 60 Anwesenden.

Um noch mehr Bürger für die aktive Mitarbeit zu gewinnen, hat der Verein die Zugangshürde gesenkt. „Freunde und Förderer“ zahlen einen Jahresbeitrag von nur 120 Euro. Zwei Jahre sind seit Gründung des Vereins vergangen, der als Zusatz im Namen die Begriffe Integration und Nachhaltigkeit führt und dessen Vorstand identisch mit dem des Wirtschaftsrats ist. Er zählt inzwischen mehr als 100 Mitglieder, die sich mit einem Jahresbeitrag von 600 Euro einbringen. „Aus vielen Gesprächen wissen wir: Viele wollen sich engagieren, wollen aber nicht – aus welchen Gründen auch immer – Mitglied im Verein werden. Für diese Bürger haben wir nun das Modell einer Förderpartnerschaft geschaffen“, gab Strothoff bekannt. Aus dem Kreis der Freunde und Förderer soll ein fünfköpfiger Beirat gewählt werden, der eng mit dem Vorstand zusammenarbeitet. „Wir glauben, dass wir dadurch mehr Menschen für die Mitarbeit im Verein gewinnen können. Mit den zusätzlichen Einnahmen aus den Förderbeiträgen lassen sich zusätzliche Projekte realisieren“, sagte der Vorsitzende.

Ein Defizit hat Strothoff in der Kommunikation nach außen ausgemacht. „Der Grad unserer Bekanntheit in der Öffentlichkeit sollte höher sein. Nicht überall sind die Ziele und Aufgaben des Vereins klar, wodurch Missverständnisse entstehen. Es gibt einige, die zucken die Schultern und meinen: Die Mitglieder wollen sich eh nur durch den Verein profilieren und sich Vorteile verschaffen. Das geht an der Wirklichkeit vorbei.“ Man müsse die Bürger besser informieren und dafür auch ein Stück professioneller werden. Denn alle Vorstandsmitglieder übten ihre Ämter ehrenamtlich aus. „Deshalb werden wir wohl nicht umhinkommen, eine Person zu beschäftigen, die uns hauptamtlich unterstützt“, kündigte Strothoff an.

In den zwei Jahren seines Bestehens hat der Verein verschiedenste Projekte angestoßen. Allen voran hat er mit hohem finanziellen Aufwand einen Masterplan erstellen lassen, der Diskussionen auf vielerlei Ebenen ausgelöst hat. „So manch gute Idee, die jahrelang in der Schublade lag, wurde nun wieder herausgeholt. Unser Wunsch ist es, dass sich die Stadt auch weiterhin mit den Inhalten beschäftigt. Deshalb begrüßen wir es sehr, dass die Stadt eine Arbeitsgruppe gebildet hat, die sich mit den Ideen und Vorschlägen des Masterplans auseinandersetzt“, sagte Hans Strothoff.

Dass die Bevölkerung einen konkreten Nutzen von der Arbeit des Vereins habe, machte der Vorsitzende am Beispiel der Baierhansenwiesen deutlich. Auf Initiative des Vereins und unter Federführung von Klaus Rehwald seien große Flächen in dem Landschaftsschutzgebiet renaturiert worden. Darüber hinaus sei ein Lehr- und Kräutergarten entstanden, der die Besucher zur Auseinandersetzung mit Natur und Umwelt anrege. Um die 1 000 Arbeitsstunden und rund 150.000 Euro, die der Verein in den letzten Monaten an Spendengeldern gesammelt habe, seien in das Projekt Baierhansenwiesen investiert worden.

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Künftig werde sich der Verein mit der AG Saubere Stadt auch verstärkt um die Verschönerung des Bürgerparks kümmern. kündigte Strothoff an. Dort müsse – „egal wie langfristig die Perspektive ist“ – jetzt etwas getan werden. Zur Erinnerung: Mehrere Szenarien im Masterplan sehen eine teilweise Bebauung des Parks vor. Und noch etwas hat die AG unter Regie von Tim Segner auf dem Radar: die Aufwertung des Hengstbachs.

Franz Otto stellte der Versammlung ein von der AG Wirtschaftlichkeit entwickeltes Simulationsmodell vor, mit dessen Hilfe sich die Einnahmen und Kosten der Stadt aufgrund der Bevölkerungsveränderung effektiver und effizienter steuern lassen sollen. Die AG Image um Ralf Kudernak kümmert sich um die Profilierung der Marke Dreieich. Angedacht ist der Aufbau eines neuen Informationsportals für die Stadt. Ein weiterer Fokus liegt auf der Integration der Flüchtlinge. In Zusammenarbeit mit der Strothoff International School unterstützt die AG Flüchtlingshilfe Neu-Dreieicher mit Sprachkursen. Darüber hinaus hilft sie bei der Suche und Vermittlung von Jobs, wie AG-Leiter Gerhard Bratengeier schilderte. Dazu wurde eine Datenbank aufgebaut, für September ist eine Jobbörse geplant. (fm)

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