Mit dem Frauensingkreis löst sich ein weiterer traditionsreicher Chor auf

Wehmütiges Ende einer schönen Zeit

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Der Frauensingkreis unter der Leitung von Taissia Hein probt im TVD-Sportzentrum für das Abschiedskonzert am Sonntag, 12. Juni, das um 16 Uhr im katholischen Pfarrzentrum in der Taunusstraße 47 beginnt. Danach wollen die Sängerinnen aber nicht auseinandergehen, sondern sich regelmäßig zum Stammtisch treffen.

Dreieichenhain - „Es war eine schöne Zeit, doch nun geht es nicht mehr. “ Schweren Herzens kündigt Else Müller, Vorsitzende des Frauensingkreises, die Auflösung des traditionsreichen Hainer Chors an. Von Holger Klemm 

Zum Abschied gibt es ein Konzert, bei dem die Sängerinnen die vergangenen drei Jahrzehnte Revue passieren lassen wollen. Damit setzt sich das Sterben der Gesangvereine in Dreieich fort. Nachdem der Gesangverein Eintracht Sprendlingen zum Jahresende 2014 aufgehört hatte, folgten im vergangenen Jahr die ebenso traditionsreiche Sängervereinigung Sängerkranz in Dreieichenhain und nun der Frauensingkreis. Die Gründe liegen für Müller auf der Hand: „Die meisten von uns sind über 70 Jahre alt, einige über 80.“ Und es gibt keine Aussicht, Nachwuchs zu gewinnen. „Die meisten wollen sich heute nicht mehr dauerhaft binden“, so die Vorsitzende. Deshalb sei es besser, jetzt aufzuhören. Nach dem Abschiedskonzert mit dem passenden Titel „...das Ende vom Lied“ am Sonntag, 12. Juni, um 16 Uhr im katholischen Pfarrzentrum in der Taunusstraße 47 wollen sich die Sängerinnen nur noch zum Stammtisch treffen.

Angefangen hatte alles vor 30 Jahren, als sich auf eine Annonce 60 Frauen in der damaligen Gaststätte Krone in der Fahrgasse trafen, um den Singkreis aus der Taufe zu heben. Zu den Mitgliedern zählten auch Frauen, deren Gatten sich im reinen Männergesangverein Sängerkranz zusammengefunden hatten. „Sie wurden eine eingeschworene Gemeinschaft, die aus dem Haaner Vereinsleben fast nicht mehr wegzudenken ist“, heißt es im Jahresheft der AG der Vereine von Dreieichenhain. Die Frauen haben mit vielen Konzerten und Auftritten beispielsweise in der Weihnachtszeit oder zum Totensonntag das Kulturleben bereichert. Aber auch die Geselligkeit kam bei Ausflügen und Unternehmungen nicht zu kurz. Beim Burgfest war der Stand mit frischem Kuchen immer ein beliebter Anlaufpunkt. In den 30 Jahren gab es mit Helga Ming, Philipp Völger und seit 2005 Taissia Hein drei Leiter, mit denen die Frauen allesamt sehr zufrieden waren.

Chorfestival in Hanau

Beim Konzert am 12. Juni wirken auch die Heimatsänger Dietzenbach mit, deren Leiter Ernst A. Voigt auch als Vertreter beim Frauensingkreis einsprang. Die Gäste können sich auf schöne Lieder freuen. „Viele Jahre sind vergangen“ werden die Frauen singen. Auch das Hainer Lied darf nicht fehlen. Der Eintritt ist frei.

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