Ausschüsse billigen einstimmig den Förderantrag zur geplanten Siedlung

Hainer Chaussee: Wohnprojekt nimmt erste Hürde

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Symbolbild

Dreieich - Eine einmalige Chance für die Stadt sieht Bürgermeister Dieter Zimmer (SPD) in der geplanten Siedlung mit Sozialwohnungen auf dem ehemaligen Opel-Gelände an der Hainer Chaussee. Von Holger Klemm

In einer gemeinsamen Sondersitzung der drei Ausschüsse gibt es dazu keinen Widerspruch, dafür einige Fragen zu den Details. Vor dem einstimmigen Votum der Ausschüsse am Dienstagabend stellen Matthias Portis, Leiter des Fachbereichs Finanzen und Controlling, sowie Martin Krauskopf, Leiter des Fachbereichs Stadtplanung, Einzelheiten vor. Wie berichtet, sollen fünf dreigeschossige Gebäude in ökologischer Holzbauweise mit 85 Wohnungen entstehen. Das Konzept dazu stammt vom preisgekrönten Architekten Klaus Ehrmann, das 13.800 Quadratmeter große Grundstück könne zu einem Kaufpreis von 1,1 Millionen von der HR Grundbesitz- und Verwaltungs GmbH günstig erworben werden. Um das etwa 12,5 Millionen Euro teure Projekt stemmen zu können, will die Stadt das Kommunalinvestitionsprogramm (KIP) von Bund und Land nutzen. Der Clou: Für das erhoffte Förderdarlehen von 10,5 Millionen Euro muss die Stadt die ersten 15 von insgesamt 30 Jahren keine Zinsen zahlen. Nach der zu erwartenden Annahme des Vorschlags durchs Stadtparlament am 24. Mai will die Stadt bereits einen Tag später den Antrag stellen. Man wolle mit bei den ersten Kommunen sein, meint Portis.

Er hebt die große Übereinstimmung in den örtlichen Parteiprogrammen zum drängenden Thema Sozialer Wohnungsbau hervor. Zur Untermauerung verweist er auf den kurzfristigen Bedarf von 240 Wohnungen, darunter 100 für anerkannte Flüchtlinge in Dreieich. Nach der Präsentation gibt es zahlreiche Fragen zu den Details. Alexander Kowalski (FDP) will wissen, wie es nach den 15 zinsfreien Jahren weitergeht und ob es durch Sondertilgungsrechte eine Möglichkeit gibt, den Restbetrag günstiger über den freien Markt zu finanzieren. Laut Portis beträgt die jährliche Tilgungsrate 3,33 Prozent. Nach 15 Jahren werde der Zinssatz von der WI-Bank auf Grundlage der bis dahin von den Kommunen zurückgezahlten Darlehen neu bestimmt. Zur Höhe ließen sich aktuell keine Angaben machen. Er geht aber davon aus, dass das Projekt für die Stadt durch die günstigen Bedingungen ergebnisneutral finanziert werden kann. Das sei auch der Fall, sollte das Projekt beispielsweise durch den Einbau von Balkonen teurer werden.

Boris Sobborosch (CDU) fragt, was mit den auf dem Gelände vorhandenen Containern und Garagen für DRK und Feuerwehr passiert. Nach Angaben des Bürgermeisters gibt es dazu bereits Gespräche. Es werde nach Alternativen auf dem benachbarten Gelände der Feuerwache gesucht. Natascha Bingenheimer (Linke) beschäftigt die Zukunft der dort ebenfalls befindlichen Obdachlosenunterkunft: „Was passiert mit den Bewohnern während der Bauzeit?“ Zimmer berichtet, dass die Unterkunft in das Projekt integriert werden soll. Während des Baus werde es sich aber nicht vermeiden lassen, nach anderweitigen Unterbringungsmöglichkeiten zu suchen.

Bilder: Baustelle Heckenborn

Nicht abgeneigt zeigt sich der Bürgermeister beim Vorschlag von Hartmut Honka (CDU), in der Siedlung auch Wohnungen für Feuerwehrleute zu schaffen. Da die Stadt Eigentümer des Objekts werden möchte, könnten ebenfalls frei finanzierte Wohnungen für diesen Zweck entstehen. Auch die mögliche Unterbringung von Studenten werde geprüft. Weitere Fragen drehen sich um mögliche Kinderspielplätze, die Einrichtung eines Kiosks und die Haltbarkeit der Holzkonstruktion. Natürlich werde es Spielmöglichkeiten für Kinder geben, versichert Zimmer. Zudem seien Gemeinschaftsräume unter anderem für die Hausaufgabenbetreuung und Nachmittagsangebote vorgesehen. Und da könnte ein Kiosk Platz finden. Doch das sei Thema der Detailplanung. Krauskopf zerstreut Bedenken zur Qualität. An der Hainer Chaussee werde keine Fertigbauweise wie in den 60er Jahren geplant. Die Holz- komme mittlerweile an die Massivbauweise heran.

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