Manfred Hickler (60) ist des Backens noch nicht müde

Das Kartoffelbrot ist gesichert

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Drei Generationen auf einem Bild: Die historische Aufnahme zeigt von rechts Manfred, Friedel und Georg Hickler sowie im Hintergrund Bäckereigründer Fritz Hickler.  

Egelsbach - „Egelsbacher Backtradition in dritter Generation“, so steht es auf einem Foto in der Bäckerei Hickler in der Taunusstraße. Von Daniel Untch 

Darauf zu sehen sind der heutige Bäckermeister Manfred Hickler, sein Vater Georg, sein Onkel Friedel sowie sein Großvater und BäckereiGründer Fritz Hickler. Seit Monatsanfang freilich ist – zumindest zum Teil – Schluss mit dieser Tradition. „Die Bäckerei Keller wird unser Geschäft fortführen“, erzählt Manfred Hickler und ergänzt: „Nach 46 Jahren in der Backstube kam einfach die Zeit, etwas kürzer zu treten.“ Obwohl nun die Bäckerei Keller aus Erzhausen nun übernimmt, wird es für Hickler eine langsame Entwöhnung aus der Backstube geben. „Ich werde weiterhin jeden Morgen unser Kartoffelbrot backen“, verrät er. Das wird dann auch in den restlichen Filialen der Bäckerei Keller verkauft. „Früh wach bin ich ja sowieso“, so Hickler. Nach so vielen Jahren der Routine ist das nicht verwunderlich.

Gegründet wurde der Laden bereits 1928 von seinem Großvater Fritz Hickler, auch damals schon am heutigen Standort in der Taunusstraße. „In der Backstube hat sich seitdem gar nicht so viel verändert. Ab und zu gab es einen neuen Ofen oder ein neues Gerät, um uns das Leben etwas zu erleichtern, aber nichts Gravierendes“, erzählt der Bäckermeister. Auch die Rezepte stammen noch aus der Gründerzeit der Bäckerei. Kein Wunder, denn neben dem Kartoffelbrot sind auch die restlichen Backwerke aus dem Hause Hickler in Egelsbach wohl bekannt und beliebt. Anfang der 1960er Jahre übernahm schließlich Georg Hickler den Laden und übergab diesen 1987 an seinen Sohn Manfred. Von Beginn an war die Bäckerei ein Familienbetrieb, in dem alle mit anpacken, und ist es bis heute geblieben. „Mein Onkel hat immer viel geholfen und auch in unserer Kindheit waren ich und meine Schwestern von Anfang an in der Backstube mit dabei“, erinnert sich Hickler. „Er ist praktisch in der Backstube groß geworden“, ergänzt seine Lebensgefährtin Sylvia Knodt lachend.

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Der letzte verbliebene Bäcker, der noch in Egelsbach selbst backt, war natürlich auch stets ein beliebter Anlaufpunkt für Kindergartengruppen und Schulklassen. „Wenn in der Grundschule gerade die verschiedenen Getreidesorten durchgenommen werden, ist der Besuch in der Backstube für die Kinder natürlich ein tolles Erlebnis“, so Knodt. Solche Besuche sollen aber auch in Zukunft noch möglich sein, schließlich wird die Backstube ja nicht völlig stillgelegt. „Neben dem Kartoffelbrot, das wir weiterhin selbst backen, wird die Bäckerei Keller zudem einige unserer Rezepte übernehmen“, so Hickler. Dass nicht nur die Rezepte, sondern auch sämtliche Angestellte mit übernommen werden, freut Hickler und Knodt besonders. Und so wollen sie vor allem noch zwei Dinge loswerden: „Wir danken unseren Kunden für das Vertrauen, das sie uns all die Jahre entgegengebracht haben und wünschen uns, dass sie der Bäckerei Keller dieses Vertrauen ebenso entgegenbringen.“

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