Kein Geld, kein Handlungsspielraum

Bolzplatz-Brache bleibt vorerst umzäunt

Egelsbach - Welche Gefahr für Anwohner und benachbarte Kindertagesstätte geht vom roten Belag des ehemaligen Bolzplatzes im Brühl aus? Die Wahlgemeinschaft zeigt sich besorgt, Bürgermeister Jürgen Sieling beruhigt – „nicht die geringste...“.

Das letzte Drittel des Ex-Bolzplatzes ist eingezäunt, der rote Boden unter dem wuchernden Grün wirft aus WGE-Sicht die Sicherheitsfrage auf. „Null Grund zur Panik“, kontert der Bürgermeister.

Wer regelmäßig im Brühl unterwegs ist, hat’s schon registriert: Seit einiger Zeit ist das letzte Drittel des ehemaligen Bolzplatzes im Bereich Lutherstraße eingezäunt. Dort standen jene Container, die über Jahre das „Tausendfüßler“-Kita-Provisorium beherbergten. Im Herbst 2015 wurden sie an den Geisbaum versetzt und zu Flüchtlingsquartieren hergerichtet. Die Container sind weg, geblieben ist noch ein Drittel roter Belag, die anderen zwei Drittel wurden im Zuge des Baus der Kita „Unterm Dorf „ abgetragen. Diese Extrawurst – erzwungen durch gesetzliche Vorgaben – hat die Gemeinde 80.000 Euro gekostet. Der finanzielle Aufwand und die Tatsache, dass das verbliebene Areal mit rotem Belag eingezäunt wurde, nähren unter anderem bei der WGE akuten Nachfragebedarf. „Wir möchten wissen, was in dem roten Boden drinsteckt, wenn er denn schon per Gesetz als entsorgungsbedürftig klassifiziert wird“, betont Georg Dinca. Das nicht zuletzt, „weil wir jetzt in der trockenen Zeit des Jahres stehen und ein paar Windböen genügen, um den Sand in die Umgebung zu wehen“, so der WGE-Mann.

„Was mehr als 30 Jahre für einen Bolzplatz null problemo war, ist für das Außengelände einer U 3-Betreuungseinrichtung nicht statthaft“, entgegnet der Rathauschef. „Der grobe und körnige rote Belag ist schlicht nicht kleinkindtauglich – aber von Begriffen wie giftig oder Altlast sind wir so weit weg wie die Erde von der Sonne. Wer da Panik säen will, agiert unverantwortlich.“ Um wirklich die letzte Eventualität ausschließen zu können, habe die Verwaltung Bodenproben ziehen lassen. „Das Ergebnis des Labors war eindeutig: Bodenklasse Z-null, absolut unbedenklich“, sagt Sieling.

Not und Elend freilich kommen auch in diesem Fall zusammen. „Abgesehen davon, dass der Gemeinde prinzipiell das Geld zur Umgestaltung des Areals fehlt, ist unser Haushalt nach wie vor nicht genehmigt. Also können wir den Abtrag des Belags noch nicht in Auftrag geben“, räumt der Rathaus-Chef ein. „Und bis das passieren kann, muss die Fläche gesperrt bleiben.“ (hob)

Alle Weltfußballer seit 1982

Rubriklistenbild: © ms

Kommentare