Flugplatz Egelsbach

Bruchlandung auf dem Acker

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Die verunglückte Maschine beim Abtransport.

Egelsbach - Bruchlandung kurz nach dem Start auf dem Egelsbacher Flugplatz: Ein 63-jähriger Flugschüler ging mit seiner Maschine gestern gegen 9.45 Uhr auf einem Acker nahe der K168 nieder. Er wurde zum Glück nur leicht verletzt, die Maschine aber schwer beschädigt.

Damit haben die Beamten im Polizeihubschrauber bestimmt nicht gerechnet: Kurz nach dem Start vom Flugplatz Egelsbach sehen sie von oben ein Flugzeug mitten im Feld. Von einem Absturz oder einer Notlandung ist zu diesem Zeitpunkt noch gar nichts bekannt. Die Polizisten landen sofort neben der einmotorigen Propellermaschine, die zwischen der SGE-Tennishalle und dem Stall Fiebig (nahe der Firma Brady) liegt. Der 63-jährige Pilot aus dem Odenwaldkreis ist ansprechbar, hat allerdings eine Platzwunde sowie eine große Beule am Kopf.

Zwischenzeitlich sind auch Passanten zur Hilfe geeilt. Die sofort alarmierten Feuerwehren aus Egelsbach und Langen rücken ebenso an wie Notarzt und Sanitäter. Das Opfer wird dann zur Erstbehandlung in eine Darmstädter Klinik gebracht. Schon an der Unglücksstelle gibt es Hinweise darauf, dass es sich um eine Maschine des am Egelsbacher Flugplatz ansässigen Frankfurter Vereins für Luftfahrt (FVL) handelt. „Ja, es ist leider ein Flugzeug von uns“, bestätigt Vorsitzender Rudy C. Meidl gegenüber unserer Redaktion. „Zum Glück gab es bis auf die kleine Verletzung nur Sachschaden, das ist erst mal das wichtigste.“

Der Flugschüler habe zu einem seiner ersten Soloflüge starten wollen, berichtet Meidl, der selbst auf dem Rückflug aus Ungarn von der Unglücksnachricht überrascht wurde. Der 63-Jährige war an Bord einer Maschine vom Typ Evektor SportStar RTC. Hersteller ist die tschechische Firma Evektor-Aerotechnik. „Wir haben den Flieger selbst gechartert und setzen ihn vor allem im Schulungsbetrieb ein, wo er sich bislang super gemacht hat.“ Das zweisitzige Flugzeug sei erst ein Jahr alt, das Modell selbst gebe es seit drei oder vier Jahren. Warum es zu dem Unglück kam, ist noch nicht klar.

Bilder: Notlandung auf einem Acker

Laut Polizei haben Zeugen berichtet, zuvor seien stotternde Motorengeräusche hörbar gewesen. Andere Augenzeugen berichten, die Maschine habe schon auf der Startbahn einen Hüpfer gemacht, wobei der Propeller Bodenberührung hatte. Der Pilot habe daraufhin Vollgas gegeben, um über die Bahnlinie zu kommen. An der Oberleitung der Strecke Frankfurt – Darmstadt war am 30. Juni 2015 ein Kleinflugzeug vom Typ „Diamond DA 20 Katana“ nach Problemen beim Start hängen geblieben und abgestürzt. Damals kam die 65-jährige Co-Pilotin ums Leben; ihr 64-jähriger Mann, der am Steuer gesessen hatte, wurde lebensgefährlich verletzt. Experten der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung haben gestern noch die Ermittlungen übernommen. Den Schaden an der Evektor schätzt die Polizei auf etwa 75.000 Euro

Bilder: Kleinflugzeug stürzt in Egelsbach ab

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