Wolfgang Schroth übernimmt das Ruder

SG Egelsbach: Edgar Karg zieht sich nach 17 Jahren zurück

+
Edgar Karg

Egelsbach -  Mit stehenden Ovationen, minutenlangem Applaus und vielen, sehr herzlichen Worten verabschiedete die Sportgemeinschaft Egelsbach ihren Vereinsvorsitzenden Edgar Karg.

Im nächsten Moment kürten sie ihn auf der Mitgliedersammlung im Bürgerhaus einstimmig zum Ehrenvorsitzenden. „Lieber Edgar, du bist ein Kämpfer mit Ecken und Kanten und mit einem riesigen Herzen. Ohne dich wäre unser Verein nicht da, wo er heute ist. Du wirst als historische Persönlichkeit in die Vereinsgeschichte eingehen“, versicherte Kargs Stellvertreter Günther de las Heras. Die eigentliche Laudatio hielt Kargs Wegbegleiter Wolfgang Adam, der die Stationen des Ehrenvorsitzenden aufzählte. Wie er mit acht Jahren „reichlich spät“ Mitglied der SGE wurde, „versucht“ habe, Handball zu spielen, als Trainer der Leichtathleten überaus erfolgreich war, über 1 200 Meistertitel mit seinen Athleten nach Egelsbach holte, in seinen besten Zeiten selbst die 100 Meter in elf Sekunden rannte. Edgar Karg war aber nicht bloß im Trainingsbetrieb aktiv, er hat schon früh in der organisatorischen Arbeit des Vereins Verantwortung übernommen. Gerade volljährig, war er Pressewart des Gesamtvorstands; 1991 wurde er zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt.

Der erweiterte SGE-Vorstand (von links): Christel Renner, Alfred Leonhardt (beide Beisitzer), Vorsitzender Wolfgang Schroth, Hans-Jürgen Jung (Beisitzer), Heinz-Jürgen Knöß (Schatzmeister), Gerold Wurm (Beisitzer), Günther de las Heras (Zweiter Vorsitzender), Dr. Helmut Winkler (Beisitzer), Jan Knöß (Zweiter Vorsitzender), Frank Recktenwald und Alexandra Lohse (beide Beisitzer).  

17 Jahre saß Edgar Karg nun auf dem Chefsessel des größten Vereins im Kreis Offenbach. In seiner Ära wurden die Abteilungen Ski-Wandern-Freizeit (jetzt: Ski-Wandern-Fahrrad), Judo, Badminton, Rollhockey, Triathlon und Gesundheitssport gegründet und die – wohl zukunftsweisende – Entscheidung für das Sportzentrum mit dem Sportstudio und der großen Halle getroffen und umgesetzt. „2008 schrieb Edgar im Namen des Vorstandes der SGE einen Brandbrief an den Gemeindevorstand, in dem er die unhaltbaren Zustände der Sportanlagen und der Trainingsmöglichkeiten darlegte“, erinnerte Wolfgang Adam. Es habe viele Zweifler gegeben, die es lautstark in Frage gestellt haben, dass dieses 1,5 Millionen Euro teure Projekt realisierbar sein könnte. Doch die Investition hat sich ausgezahlt, die stark rückgängigen Mitgliederzahlen kehrten sich in Wachstum und heute zählt der erfolgreiche Verein über 3000 Mitglieder. „Nun klopften dem Edgar nicht nur Gemeindevertreter, sondern auch kritische Mitglieder auf die Schulter und sagten: Edgar das hast du prima gemacht“, betonte der langjährige Vorstandskollege Kargs. Er dankte dem neuen Ehrenvorsitzenden für „sein Leben für den Sport“, der sich nicht nur für die SGE, sondern um die ganze Gemeinde verdient gemacht habe.

Gerührt und auch ein bisschen bewegt nahm Edgar Karg diese Ehre an. „Ich habe mich sehr über diese Laudatio gefreut“, sagte er und kündigte an, dem Verein verbunden zu bleiben. All sein Engagement sei nicht möglich gewesen, wenn er nicht so viel Rückhalt aus dem Verein gehabt hätte. Das Klima sei hervorragend und alle zögen am gleichen Strang. „Langeweile werde ich nicht haben, ich habe Familie mit zwei lebendigen Enkelkindern und gemeinsam mit Wolfgang Adam werde ich ein SGE-Archiv aufbauen“, schmiedet er schon neue Pläne.

Bilder: SG Egelsbach gewinnt Hallenturnier der SSG Langen

Karg legte nach alter Manier an diesem denkwürdigen Abend aber auch den Finger in die Wunde mit Blick auf die Zukunft der Gemeinde: „Ich mag das Eigenheim, ich bin selbst dort groß geworden. Aber ich halte es für einen großen Fehler, jetzt dort viel Geld zu investieren und dann kein Kapital mehr für einen modernen, zukunftsfähigen Veranstaltungsort zu haben.“

Gut aufgestellt sieht der Ehrenvorsitzende die SGE aber mit dem neuen und an diesem Abend einstimmig gewählten Vorsitzenden Wolfgang Schroth. Der Abteilungsleiter Musikzug sei dem Verein schon lange verbunden. „Ich bin stolz darauf, dass wir ihn dazu bewegen konnten, dieses Amt zu übernehmen.“ Als Steuerberater sei er geradezu prädestiniert, einen solch großen Verein zu führen, der wie ein Wirtschaftsunternehmen jedes Jahr eine Million Euro bewegt. „Außerdem ist Wolfgang Schroth Egelsbacher und das ist in diesem Amt ebenfalls sehr hilfreich“, wünschte Karg seinem Nachfolger viel Glück.

col

Kommentare