Egelsbacher führen Bienen-AG vor

Wo Schule summt und brummt

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Wie das wuselt im Bienenkasten: Die Scholl-Schüler staunten nicht schlecht, als sie das Hobby ihrer Egelsbacher Altersgenossen in standesgemäßer „Verkleidung“ nachvollzogen.

Egelsbach - Seit Herbst 2014 läuft das Bienenprojekt an der Wilhelm-Leuschner-Schule. Von Holger Borchard 

Seither ist viel passiert, von der Errichtung von Bienenstöcken auf dem Gelände der Grundschule über die erste Honigernte bis hin zur vor ein paar Wochen gestarteten Aussaat einer Bienenwiese auf Egelsbacher Gemarkung. Das weckt natürlich Interesse bei anderen Schulen – und so führte die Imker-AG nun erstmals gleichaltrige Gäste durch ihren Bienen-Kosmos. Da machen die Kinder der Geschwister-Scholl-Schule aber große Augen. 20 Mädchen und Jungs sind mit ihren Lehrern aus Langen nach Egelsbach gekommen, um sich anzugucken, was die Bienen-AG der Leuschner-Schule so treibt. Dass Honig lecker ist, wissen alle. Aber wie er entsteht und ins Glas kommt, ist eine andere, hochspannende Geschichte, betrachtet man sich die Stationen und Gerätschaften, die die neun imkernden Leuschner-Viertklässler für ihre Altersgenossen vorbereitet haben.

Inzwischen hat ein Teil der Langener Grundschüler Anzug, Schutzhaube und Handschuhe übergestreift und nähert sich den Bienenstöcken. Aus dem Holzkasten wird eine Wabe hervorgezogen, es summt und brummt – diese Station gibt Einblick in das Leben im Bienenstock. Drei weitere Etappen haben die Gastgeber aufgebaut: Die eine stellt das Handwerkszeug des Imkers vor, die nächste die Beute, also die Behausung der Bienen, und eine vierte – Sicherheit geht nun mal vor – vermittelt Erste Hilfe bei Bienenstichen.

So geht der Besuchstag rum wie im Fluge und am Ende sind alle zufrieden. Die jungen Gäste, weil sie viel gesehen und gelernt haben, die jungen Gastgeber, weil sie die Führung an den von ihnen selbst konzipierten Stationen so gut hingekriegt haben, und die erwachsenen Betreuer, weil sie sich ganz nach Plan im Hintergrund halten konnten.

„Was unsere Kinder in den vergangenen zwei Jahren über Bienen und die Imkerei gelernt haben und wie sie es nun weitergeben, ist schon aller Ehren wert“, bilanziert Martin Höhn stolz. Um das Projekt überhaupt möglich zu machen, stiegen der Leiter der Leuschner-Schule und eine Handvoll Lehrkräfte in Kooperation mit dem Bienenzuchtverein Langen und Umgebung in die Imkerei ein, belegten Kurse, um sich das Grundwissen anzueignen und für die Betreuung von Bienen und Kindern zu qualifizieren.

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Stolze 28 Kilogramm Honig der sogenannten Frühtracht haben die neun Viertklässler der Bienen-AG gerade erst vor zwei Wochen von ihren Bienenvölkern geerntet. „Am Schleudertag war für sie schulfrei“, sagt der Rektor schmunzelnd. Nun freuen sich alle auf den krönenden Abschluss beim Imkerfest am morgigen Freitag. „Wir feiern ab 16 Uhr mit den Kindern und deren Familien und allen Nachbarn und Unterstützern“, verrät Höhn. Den aktuellen Viertklässlern, die ja nun die Schule wechseln, wird der Abschied mit Urkunden und Honig versüßt. „Sie sind aber weiterhin willkommen, wenn der neue Jahrgang ihre Arbeit fortsetzt“, betont Höhn. Zudem verrät er einen Traum: „Ich würde gerne Lehrer einer weiterführenden Schule für den Aufbau einer Bienen-AG gewinnen. Unsere Schule würde einem solchen Projekt mit aller Hilfe zur Seite stehen.“

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