„Damit Hessen noch sicherer wird“

Egelsbacher Polizeiflieger: Neubau und moderne Technik

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Der Leiter der hessischen Polizeifliegerstaffel, Franz Thiemeyer (links), erläutert Finanzminister Dr. Thomas Schäfer, wie seine Leute von der Luft aus für mehr Sicherheit im Bundesland sorgen.

Egelsbach - Etwa 1500 Einsätze pro Jahr, Bereitschaft rund um die Uhr an 365 Tagen und all das auf technologisch höchstem Niveau: Was die Hubschrauberstaffel der Polizei am Egelsbacher Flugplatz leistet, ist wirklich beachtlich. Von Daniel Untch 

Damit dies auch in Zukunft so bleibt, hat das Land Hessen rund sieben Millionen Euro investiert. Diese fließen sowohl in einen Erweiterungsbau als auch in neue technische Geräte. Hessen soll noch sicherer werden, hat sich die Landesregierung zum Ziel gesetzt – und will deshalb im Haushalt 2017 einen Schwerpunkt auf das Thema Sicherheit setzen. Um sich selbst ein Bild von der Lage zu machen, ist Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer (CDU) gestern Morgen vor Ort am Flugplatz Egelsbach. Als Erstes, bevor es auf einen Rundgang durch das Gebäude sowie durch Werft und Hangar geht, stellt Leiter Franz Thiemeyer im neuen Schulungsraum die Hubschrauberstaffel vor. Dabei hebt er die Anforderungen hervor, die mit der Zeit stetig gewachsen seien: „Das Gebäude wurde in den 1980er Jahren für 16 Leute konzipiert. Mittlerweile sind wir aber bei 50 Mitarbeitern“, erklärt er.

Beim Thema moderne Arbeitsbedingungen müsse sich die Staffel mit ihrem bereits weitgehend nutzbaren Neubau (endgültige Fertigstellung kommendes Jahr) nun nicht mehr verstecken. So gibt es neben einem Fitness- zum Beispiel auch einen Eltern-Kind-Raum. „Wenn ein Pilot kurzfristig gebraucht wird, kann er seine Kinder mitbringen, die während seines Einsatzes hier betreut werden“, so Thiemeyer. Bislang habe es bereits an Kleinigkeiten gehapert. So gab es nicht einmal getrennte Duschen für Frauen und Männer. „Wir wussten uns natürlich schon zu helfen, aber das war sicherlich nicht das Optimum“, so der Polizeidirektor. Nun habe sich für rund sieben Millionen Euro an Investitionen in Gebäude und Polizeitechnik einiges getan.

Der Rundgang beginnt in der Werft, wo gerade an Deutschlands einzigem taktischen Polizeiflugzeug geschraubt wird. „Wir warten derzeit noch auf ein Ersatzteil aus den USA, aber in zwei Tagen sollte das Flugzeug wieder in der Luft sein“, sagt Thiemeyer. Bei der Hubschrauberstaffel wird nämlich keineswegs nur geflogen. „Soweit wir können, übernehmen wir möglichst viele Aufgaben der Wartung und Reparatur selbst, damit die Hubschrauber hier vor Ort und nicht wochenlang in der Inspektion sind“, erklärt der Leiter der Staffel. Daher gibt es unter den Mitarbeitern nicht nur Piloten, sondern auch Fluggerätemechaniker.

Ein weiterer Beruf, der bei der Staffel vertreten ist: der des Operators. Dieser ist neben Pilot und Co-Pilot das dritte Besatzungsmitglied und bedient das Kamerasystem. „Wir haben eine Wärmebildkamera, eine TV-Kamera und eine Art Fernglas an Bord“, erklärt Operator Jean-Jacques Junghans. Das Kamerasystem kann um 360 Grad gedreht werden und liefert stabile Bilder, egal welche Bewegung das Fluggerät macht. So sind die Kameras wichtige Instrumente bei der Personensuche, wie Junghans erklärt: „Mit dem Wärmebild können wir zum Beispiel Fußspuren im Schnee erkennen, was für das menschliche Augen aus dieser Höhe natürlich ansonsten unmöglich ist.“ Auf rund 350 erfolgreiche Sucheinsätze in den vergangenen fünf Jahren blickt die Staffel zurück.

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Im Bereich der Kameratechnik soll auch in den kommenden Jahren investiert werden. Rund 1,8 Millionen Euro sind im Etat 2017 für eine neue, sogenannte FLIR-Anlage eingestellt, 2018 soll ein weiteres Exemplar finanziert werden. „Die kriminelle Gegenseite rüstet auch technisch auf, diesen Wettbewerb müssen wir gewinnen“, so der Finanzminister. Die baulichen Neuerungen haben der Fliegerstaffel zudem eine neue Einsatzzentrale beschert. Die Mitarbeiter haben nun endlich direkte Sicht auf das Vorfeld. „Das war vorher leider nicht der Fall“, erinnert sich Thiemeyer. Mitarbeiter Carsten Voss erklärt: „Hier haben wir Zugriff auf alles, was wir brauchen: Wetterdaten, Kartenmaterial oder den aktuellen Stand des Fluggeräts.“

Der Minister zeigt sich zum Abschluss seines Besuchs zufrieden und lässt es sich natürlich nicht nehmen, selbst in einen der Hubschrauber zu steigen. Mit diesem geht es erst auf einen Flug zur Gewässerüberwachung von Main und Rhein und dann in die Landeshauptstadt.

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