Nachwuchs zum Abschluss auf dem Kartoffelacker

Ferienspiele: Hart erarbeiteter Pommes-Genuss

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Pommes essen kann jeder. Die Fritten selbst herzustellen erfordert dagegen eine gewisse Fingerfertigkeit.

Egelsbach - Ein Ferienprogramm für Jugendliche, die aus dem Grundschulalter herausgewachsen sind – das ist neu in Egelsbach. Von Daniel Untch 

Nach zwei Wochen blicken die Veranstalter des Vereins für Jugendsozialarbeit und Jugendkulturförderung zufrieden auf ihre Ferienspiele zurück: „Das war ein voll geglücktes Pilotprojekt“, sagt Organisator Florian Guntrum. „Wer kennt Pommes?“ Bei dieser Frage schnellen die Hände aller 16 jungen Teilnehmer in die Höhe, die sich auf dem Birkenhof in Egelsbach versammelt haben. Bei der nächsten Frage werden es dann schon deutlich weniger Hände, denn dann heißt es: „Wer hat schon einmal selbst Pommes gemacht?“ Also wird nicht lange gefackelt und gemeinsam ein ganzer Berg frischer Kartoffeln geschält. So lernen die Jugendlichen spielend etwas Neues – und bereiten gleichzeitig ihr Mittagessen selbst zu.

Das Team des Jugendzentrums begann bereits im Frühjahr mit den Überlegungen zu den Ferienspielen. „In den vergangenen zwei, drei Monaten liefen die Planungen dann auf Hochtouren“, erzählt Guntrum. Herausgekommen ist ein buntes Programm, das dem Nachwuchs mit Spiel und Spaß jede Menge Abwechslung und Lerneffekte bietet. Willkommen sind Fünft- bis Siebtklässler. „Für diese Altersgruppe gab es in den letzten Jahren kein Ferienangebot“, sagt Guntrum. Dementsprechend positiv sei das Angebot auch von den Eltern aufgenommen worden. Diese konnten ihre Sprösslinge entweder nur für eine oder gleich für alle beide Wochen anmelden. „In der ersten Woche hatten wir 13 und in der zweiten 16 Teilnehmer“, so Guntrum. Dabei seien auch noch in der ersten Woche spontane Anmeldungen hinzugekommen oder Kinder hätten gleich noch die zweite Woche drangehängt.

Kein Wunder, bei Angeboten wie einem Ausflug in den Langener Kletterwald oder einen Vormittag bei der Feuerwehr Egelsbach. „Dort durften wir mit der Drehleiter fahren“, erzählt die Runde. Zum Aufwärmen gab es jeden Montag zudem einen Spaß- und Spieletag auf dem Juz-Gelände. So konnten sich die Schüler bei munteren Disziplinen wie Erbsenweitspucken oder Frisbeegolf messen, austoben und kennenlernen.

Los ging der Spaß jeweils um 9 Uhr am Jugendzentrum. „Die Ausflugsziele haben wir immer mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht“, erzählt Guntrum. Zur Stärkung gab es stets ein Mittagessen. „Meistens haben wir etwas im Juz gekocht“, verrät der Organisator. Klar, dass da unter anderem Pizza, Nudeln oder Gegrilltes auf dem Speiseplan standen. Bei den Ausflügen kamen die Kids in den Genuss von Lunchpaketen – oder eben von selbst gemachten Pommes, die mittlerweile, beobachtet von gespannten und ungeduldigen Kinderaugen, in der Fritteuse vor sich hin brutzeln.

Bilder: Kartoffelernte wie ganz früher

Da die Ferienspiele bei Kindern und Eltern einen durchweg positiven Eindruck hinterlassen haben, gehen die Planungen des Juz-Teams bereits in die Zukunft. „Wir wollen das Jugendzentrum einen Samstag im Monat nun auch für Zehn- bis 13-Jährige öffnen“, gibt Guntrum einen kleinen Ausblick. Bisher hat das Juz samstags Ruhetag, nun soll dort den Jüngeren einmal im Monat von neun bis 15 Uhr ein Raum zur Verfügung gestellt werden. Dort können die Kinder bei Tischtennis, Billard und Kicker mit ihren Freunden Zeit verbringen. Los geht es gleich am 3. September. Auf dem Programm steht dann ein „Kochduell“, bei dem die Kinder ihr Mittagessen selbst zubereiten werden. Das war eigentlich schon für die Ferienspiele vorgesehen, musste aber aus organisatorischen Gründen gestrichen werden.

Die Ferienspiele selbst sollen im nächsten Sommer wieder angeboten werden. „Wir sind außerdem am Überlegen, ob wir ein ähnliches Angebot auch in den Osterferien auf die Beine stellen“, lässt Guntrum durchblicken. Die Kinder, die sich ihre Pommes mittlerweile schmecken lassen, wird es definitiv freuen.

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