Jubel, Trubel, Heiterkeit:

Die Elschbächer Kerb is doa!

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Die neun Kerbborschen sind in diesem Jahr ganz besonders gefordert. Aber egal ob es um das Aufstellen des Baums oder das Schmettern der Lieder beim Programm im Festzelt geht, die Jungs stehen ihren Mann.

Egelsbach - „Mir laafe barfuß uff der Gasse rum“, schallt es durch das Kerbzelt am Berliner Platz. Seit drei Tagen wird in Egelsbach wieder beliebtes Kerb-Liedgut angestimmt. Von Timo Kurth

Beim Runterzählen des Kerbcountdowns am Freitagabend und beim Samstagsprogramm der Kerbborschen 2016 hörte man die Texte gewohntermaßen besonders laut. „Die Elschbächer Kerb is doa“, freut man sich hier unmissverständlich in einer anderen Liedzeile. Der Baum steht, das Programm ist vorüber und der Vadder wurde bekannt gemacht. Die Elschbächer Kerbborschen 2016 haben ihre Feuertaufe bestanden. Dass die neun Egelsbacher Jungs die kommenden zwei Tage mit viel Spaß und guter Laune ihren Ebbelwoi genießen können, haben sie sich verdient.

In der Vorbereitung zum Traditionsfest galt es wie immer einige Hürden zu meistern. „Kurz vor der Kerb überwog schon die Nervosität“, verrät Kerbvadder Philipp Wurm. „Gerade weil wir im Vergleich zu anderen Kerbborschjahrgängen so wenige sind, musste jeder umso mehr anpacken.“ Die fehlende Manpower beim Verteilen von Kerbbäumen und Bembeln musste unter anderem mit Helfern der Kerbgemeinschaft als Mutterverein kompensiert werden. „Die Kerbgemeinschaft hat in diesem Jahr unseren ganz großen Dank verdient“, so Wurm weiter.

Am Freitag findet der Kerbcountdown statt. Die gewohnte Umgebung an der Gaststätte „Zum Erzhäuser Hof“ kann dafür in diesem Jahr allerdings nicht mehr herhalten – das Gebäude wurde Anfang des Jahres abgerissen. Also findet bei der dritten Zeltkerb nach Schließung des Eigenheims auch der Countdown am Festzelt statt. Ein Umstand, der der Stimmung absolut keinen Abbruch tut. „Endlich geht’s los“, meint Kerbborsch-Vorsitzender Marc Adam, bevor der Zeiger auf der Null landet. Ein denkwürdiger erster Kerbabend in den allseits bekannten Kerbhöfen Zur Frieda oder dem Kajütenhof beginnt.

Bilder: Kerb in Egelsbach

Besonders im beliebten Parrehof freut man sich über ein Jubiläum: Die Heckenwirtschaft gibt es seit 25 Jahren. Deshalb wird kurzerhand ein neues Angebot eingeführt: Zwischen 19 und 20 Uhr gibt es in diesem Jahr eine Happy Hour. „Mit Preisen wie vor 25 Jahren“, so Pfarrer Martin Diehl: Ein Ebbelwoi kostete vor 25 Jahren 1,50 D-Mark. In der Happy Hour wird das „Stöffche“ für 80 Cent pro Glas verkauft. Ein Kassenschlager, wie sich zeigt. Dicht gedrängt sitzen die Besucher den ganzen Abend bis in die frühen Morgenstunden beieinander. Es wird – in gewohnter Kerbmanier – gelacht, geschwatzt und gesungen.

Mit einer kurzen Nacht im Nacken geht es für die Kerbborschen 2016 am Samstag schließlich früh wieder los. Mit den ersten Sonnenstrahlen treffen sich die Jungs, um mit Traktor und viel Manneskraft ihren Kerbbaum aus dem Wald zu holen. Das Gewächs – natürlich in ihren Farben rot und grau geschmückt – präsentieren sie beim traditionellen Kerbumzug durch den Ort, an dessen Ende der Jahrgang schließlich den Baum auf dem Gelände neben dem Festzelt aufstellt.

Bilder der Kerb in Egelsbach

Genau dort, wo es am Abend ernst wird. Beim Kerbprogramm wird gewohnt viel Haut gezeigt. Gleich zu Beginn präsentiert man mit standesgemäßer Sektdusche Kerbvadder Philipp Wurm. „Ich zieh mich schnell um, und dann geht’s los mit unserem Programm“, so der Anführer der Truppe. Das Programm „Lost …“ handelt von neun Kerbborschen, die bei einem Flug über Erzhausen abstürzen. Gleich zu Beginn demonstrieren die zwei Stewards der „Heinz-Airlines“, Niklas Himmel und Adrian Lauschke, in einer gewollt körperbetonten Sicherheitseinweisung den Mitfliegenden und dem Zelt, dass die Stunde Kerb geschlagen hat. Mit Gegröle fordert das Publikum eine Zugabe der Szenerie. Zwei Stunden Tanz, Schauspiel und skurrile Intermezzi später treten die Kerbborschen verschwitzt und abgekämpft auf die Bühne, wo sie ihren verdienten Abschlussapplaus erhalten. „Die Jungs haben Talent fürs Tanzen gezeigt“, meint nicht nur Sina Rosam, eine der Tanztrainerinnen der Truppe. Die Elschbächer Kerb dauert noch bis Dienstagabend. Dann werden im Zelt nach den Highlights 2016 der Programme auch die Kerbborschen 2017 vorgestellt.

Egelsbacher feiern ihre Kerb

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