Alltag in der Awo-betriebenen Kita Zauberbaum

Kleine Profis an der Magnettafel

+
Im Kreativraum fliegen schon mal die Bälle. Dieses Quintett hat dabei sichtlich Spaß. Seit Mitte Mai laufen bei Constanze Koglin alle Organisationsfäden zusammen.

Egelsbach - Seit rund einem Jahr haben Ü3- und U3-Kinder die Räume der neuen Kita Zauberbaum erobert. Vergessen sind die unschönen Nebengeräusche um den Betriebsstart in Regie der Arbeiterwohlfahrt (Awo), als die Kita noch den Projektnamen „Unterm Dorf“ trug. Von Cora Werwitzke 

Nach einem holprigen Start mit zwei Wechseln auf Leitungsebene hat sich der Kita-Alltag inzwischen bestens eingespielt. Im Flur der Kita Zauberbaum hängt eine große Magnettafel auf Augenhöhe der Kinder. Wann immer der Nachwuchs vom Bewegungs- in den Bauraum oder vom Kreativzimmer nach draußen geht, verschiebt er sein Magnet-Konterfei in das entsprechende Feld. „Das haben die Kinder inzwischen gut verinnerlicht“, sagt Leiterin Constanze Koglin. So behalten die Erzieherinnen den Überblick über ihre Schützlinge. Denn in der Kita Zauberbaum gilt ein offenes Konzept: Die Kinder haben zwar Stammgruppen, können aber zwischen den Themenzimmern pendeln, wie es ihnen gefällt. „Besonders ist, das wir dieses Modell auch schon in der Krippe anwenden“, so Koglin.

Die Kita beherbergt sechs Gruppen – drei Ü3 und drei U3. Nach den Ferien sind durch den Abschied der Schulstürmer Plätze frei. „Im Moment haben wir 56 Kita- und 25 Krippenkinder“, berichtet die Leiterin. Kapazitäten gibt es für 75 beziehungsweise 36 Mädchen und Jungen.

Constanze Koglin ist schon die Dritte auf dem „Chefsessel“ der Kita. Ihr Vorgänger bat nach der Anfangszeit, wieder in seine alte Arbeitsstätte wechseln zu dürfen. Einige Monate wurde die Einrichtung daraufhin interimsweise geleitet. Seit Mai ist Constanze Koglin da „und hat der Kita bereits ihren Stempel aufgedrückt“, lobt Dirk Hartmann, Kreis-Geschäftsführer der Awo. Sie könne auf ein gutes Kern-Team zählen. „Wir sind gut besetzt, die eine oder andere freie Erzieherstelle haben wir allerdings noch“, so Hartmann. Beim Umzug in den Neubau neben der Sporthalle war seinerzeit kein Personal der Gemeinde mitgegangen. Das aktuelle Team hat die Awo über eigene Kanäle rekrutiert.

Der Kita-Neubau kann mit großzügigen, hellen Räumen punkten. Einzig dem Außenbereich ist noch anzusehen, dass die Einweihung noch nicht lange zurückliegt. So begrenzt ein provisorischer Bauzaun eine Seite des Areals. Das sei Sache der Gemeinde, so Hartmann. „Um die Außenanlage noch zu optimieren, haben wir eine Projektgruppe ins Leben gerufen“, erläutert Koglin. Eltern und Erzieher wollen dabei an einem Strang ziehen.

Neben dem offenen Betrieb wird im „Zauberbaum“ Wert darauf gelegt, schon bei den Jüngsten ein Demokratieverständnis zu verankern. So gibt’s im Ü3-Bereich täglich um 11 Uhr eine Kinderkonferenz. Wenn sich der Nachwuchs im Sitzkreis formiert, darf jeder mitreden – nach Regeln freilich, die auch das Zuhören, Diskutieren und Konfliktelösen einschließen. So halten sich die Erzieherinnen bei gegenläufigen Meinungen erst mal heraus. „Nach ein paar Minuten gelingt es den Kindern häufig, sich selbstständig zu einigen“, berichtet etwa Sybille Tempel aus ihrem Erzieheralltag. Die Awo betreibt zurzeit zwei Kitas im Kreis Offenbach – die in Egelsbach und eine in Rödermark. Ende 2017 kommt eine weitere auf dem Gelände des DRK-Heims in Langen hinzu.

Kommentare