Trotz Sommertemperaturen im September

Kostenfrage: Freibad nach Plan dicht

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Egelsbach - Der Juni und Juli zu nass und zu kalt, dafür ein Septemberanfang mit strahlendem Sonnenschein und Höchsttemperaturen: Der späte Sommer macht Badefreuden möglich, allerdings nicht mehr im örtlichen Freibad. Von Holger Borchard

Selbiges hat am Sonntag ganz nach Jahresplan die Pforten geschlossen. Das Bad noch ein paar Tage länger offen zu lassen, wie etliche Badegäste es sich gewünscht hätten, haben die Verantwortlichen verworfen. Die Begründung – man ahnt es schon – liegt in der Kosten-Nutzen-Rechnung. „Es gab Anfragen, ob wir das Bad nicht noch über den Sonntag hinaus etwas länger offen lassen können“, verrät Bürgermeister Jürgen Sieling. So verständlich der Wunsch auch sei, so viele Gründe sprächen dagegen. „Unser Bad ist, wie jedes Bad dieser Republik, ein Zuschussbetrieb“, erinnert er. „So sind wir verpflichtet, gerade weil wir das Bad langfristig betreiben möchten, die Höhe des Zuschusses auf ein Mindestmaß zu begrenzen.“ Dank der vor drei Jahren eingeführten festen Öffnungszeiten (9.30 bis 20 Uhr), des alljährlichen Ankurbelns des Dauerkarten-Vorverkaufs und der fixen Planbarkeit von Personal- und Betriebsmittelressourcen habe man den Zuschussbedarf zuletzt in tragbarem Rahmen gehalten. „Jeder Verlängerungstag würde dieser Kostenbegrenzung zuwiderlaufen.“

Laut Meteorologen sei ab Donnerstag mit einem Wetterumschwung zu rechnen, was letztlich nur drei zusätzliche Tage mit nennenswertem Besuch in Aussicht stelle, gibt Sieling zu bedenken. „Jeder zusätzliche Tag bedeutet aber erhebliche Mehrausgaben – fürs Heizen, für Reinigungskräfte und Personalstunden, für Chemikalien und Verbrauchsmaterialien und so weiter. Die Einnahmen decken das nicht mal ansatzweise.“ Die Zahlen sprechen laut Bürgermeister für sich: „Der Sonntag war wunderschön und wir hatten etwa 700 Besucher im Bad. An vergleichbaren Sonntagen zwischen Juni und August haben wir mehrere Tausend Leute gezählt. Die Faustregel besagt: Ein Badetag ist ab circa 2 000 Gästen kein Zuschussbetrieb mehr.“ Positive Nachricht am Rande: Erste Hochrechnungen besagen, dass sich die Einnahmeeinbußen trotz der unter dem Strich flauen Saison im Rahmen halten werden.

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