Fachleute bedienen sich derselben Technik wie Zahnärzte

Kanalsanierung ohne Buddeln

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Ein Schlauch wird vis-à-vis der Kläranlage in einen defekten Kanal versenkt. Liegt das flexible Material an, wird es mit UV-Licht ausgehärtet – wie die Kunststofffüllung beim Zahnarzt.

Langen/Egelsbach - Wenn der Abwasserverband Langen/Egelsbach/Erzhausen an einen defekten Kanal heran muss, dann bleibt die Asphaltdecke immer häufiger unberührt.

Denn mit dem sogenannten Inliner-Verfahren ist es möglich, schadhafte Kanäle für deutlich weniger Geld und wesentlich schneller zu sanieren als in offener Bauweise, wenn Straßen gesperrt und aufgegraben werden müssen. Zuletzt hat der hiesige Abwasserverband mit der wirtschaftlich günstigeren Alternative einen Kanal auf Vordermann gebracht, der parallel an der Zufahrt zur Verbandskläranlage verläuft und durch Betonkorrosion und Wurzeleinwuchs aus dem angrenzenden Wald nicht mehr dicht war.

In die Rohre mit einem Durchmesser von 90 Zentimetern und einer Länge von 350 Metern hat eine auf das Verfahren spezialisierte Firma weiche, glasfaserverstärkte und mit Klebstoff getränkte Schläuche eingezogen, aufgepumpt und mit UV-Licht ausgehärtet. Nach dem gleichen Prinzip verwendet der Zahnarzt Kunststofffüllungen. Wenn der Schlauch fest an den Kanalinnenwänden anliegt, werden die Enden geöffnet und Zuläufe sowie Hausanschlüsse per Robotertechnik mit einer Fräse geöffnet. In diesem Verfahren saniert der Abwasserverband derzeit auch rund 600 Meter Kanal in Egelsbach (Goethe-, Geschwind- und Brandenburger Straße) sowie eine knapp doppelt so lange Strecke in Erzhausen (Arheilger- , Bahn-, Elbe-, Friedrich-Ebert- und Rheinstraße). (cor)

Archivbilder aus Offenbach

Kanal-Inspektion in Offenbach

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